Pang/Kolbermoor – Im Jagdrevier Pang hat ein Hund ein Reh gerissen. Erst Anfang des Monats hatte es einen ähnlichen Vorfall am Schwaiger Weg in Rosenheim gegeben. Jetzt wendet sich der zuständige Jagdpächter mit einem Appell an alle Hundebesitzer.
Franz Schmid (75) ist sauer. Das hört man auch am Telefon. Seit 38 Jahren ist er Jagdpächter in Pang, mindestens genauso lange hat er mit teils unvernünftigen Hundebesitzern zu tun. „Einige Halter sind einfach nur gedankenlos“, sagt Schmid. Grund für seinen Unmut ist ein Vorfall, der sich am Montagmorgen ereignet hat. Spaziergänger hatten kurz nach 6 Uhr ein totes Reh in der Nähe des Kolbermoorer Sportplatzes entdeckt und anschließend die Polizei informiert. Das bestätigt Hauptkommissar Michael Fritz von der Aiblinger Polizei auf Nachfrage. Die Polizei habe daraufhin Jagdpächter Schmid verständigt, der sich umgehend auf den Weg machte.
Vor Ort musste der 75-Jährige feststellen, dass es sich bei dem toten Tier um ein Rehgeiß handelt. „Man hat ganz deutlich gesehen, dass sie erst vor Kurzem ein Kitz geboren hat. Das wird jetzt wahrscheinlich auch sterben“, sagt Schmid. Ebenfalls aufgefallen seien ihm Bissspuren am Hals. Für den Experten ein klarer Beweis, dass das Tier von einem freilaufenden Hund gejagt worden war. „Es ist elendig verendet“, ist sich Schmid sicher.
Bereits am Samstag, 1. Mai, hatte es einen ähnlichen Fall am Schwaiger Weg in Rosenheim gegeben. Auch hier sei ein Reh von einem Hund angegriffen worden. Die Halterin habe allerdings – im Gegensatz zu dem Fall in Kolbermoor – sofort die Polizei verständigt. „Sie hat angegeben, dass ihr Hund angeleint war und sich losgerissen hat“, erinnert sich Rosenheimer Polizeihauptkommissar Robert Maurer.
Sowohl Robert Maurer als auch Hauptkommissar Michael Fritz machen in diesem Zusammenhang noch einmal deutlich, dass solche Vorfälle eher selten vorkommen. Damit es auch dabei bleibt, appelliert Jagdpächter Franz Schmid an die Hundebesitzer: „Gerade während der Setzzeit gilt eine unbedingte Anleinpflicht in der freien Natur.“ Zwar gebe es auch viele vernünftige Hundehalter, aber hin und wieder komme es eben vor, dass auch freilaufende Hunde unterwegs sind. Wie schlimm das enden kann, zeigt der Fall in Kolbermoor. hei/fxk