„Endlich wieder Leben in der Bude“

von Redaktion

Interview Leiter Christian Spazier zur Wiederöffnung des Kolbermoorer Jugendtreffs

Kolbermoor – „Heute offen“, steht‘s Grün auf Weiß in großen Buchstaben auf dem Banner am Balkon des Kolbermoorer Jugendtreffs geschrieben. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenzzahlen kontinuierlich unter 100 lagen, wurde das städtische Jugendzentrum (JUZ) nach monatelanger Schließung unter Auflagen wieder geöffnet. Die Freude im Team wie auch bei Kindern und Jugendlichen sei groß, versichert Treff-Leiter Christian Spazier im Interview mit dem Mangfall-Boten.

Es ist eine gute Nachricht, dass der Jugendtreff jetzt wieder öffnet. Unter welchen Auflagen, Herr Spazier?

Momentan gelten eingeschränkte Öffnungszeiten mit einigen Auflagen. Wir öffnen in Eineinhalb-Stunden-Blöcken mittwochs, donnerstags und freitags jeweils ab 15 Uhr, 17 Uhr und 19 Uhr. Kinder und Jugendliche können sich dazu telefonisch melden unter Telefon 08031/4007133 und in diese Blöcke einbuchen.

Wie haben Sie diese Öffnungszeiten in Richtung Jugend kommunizieren können?

Hauptsächlich über den Online-Dienst Instagram. Das hat dazu geführt, dass wir zum Beispiel am Mittwoch nahezu ausgebucht waren. Denn pro Zeitfenster dürfen wir nur 15 Kinder oder Jugendliche reinlassen.

Wie war die Reaktion der ersten Besucher des Jugendzentrums nach Wiedereröffnung?

Sie freuen sich sehr, dass sie endlich wieder ins JUZ dürfen. Das ist ihnen deutlich anzumerken, obwohl sie coronabedingt Masken tragen müssen, Hygieneregelungen zu beachten haben und die Nutzung der Spiele zudem mit Auflagen belegt sind. Sie nehmen das aber gerne in Kauf.

Haben Sie in der Kürze der Vorbereitungszeit den Jugendlichen bereits besondere Angebote machen können?

Nein, für den Innenbereich noch nicht. Das werden wir für den Außenbereich machen, wenn zum Beispiel wieder Fußball oder Tennis gespielt werden darf. Und in der kommenden Woche mit der QR-Rally.

Was verbirgt sich dahinter?

Es wird eine Art Schnitzeljagd. Diese Stadtrallye haben wir für die Jüngeren konzipiert, für Zehn- bis 14-Jährige. Sie funktioniert so: Zwei Kinder oder Jugendliche bilden ein Team, sie können sich dazu in den beiden Pfingstferienwochen hier im Jugendtreff telefonisch anmelden. Die Startzeiten sind für die heitere Rallye immer zwischen 15 und 17 Uhr.

Welche Aufgaben haben die Teams dann zu bewältigen?

Sie sammeln bei der Tour durch die Stadt Wissenswertes über Kolbermoor. Die Stationen sind von uns vorgegeben. An verschiedenen geheimen Ecken haben wir Zettel mit QR-Codes versteckt. Wenn sie am Jugendtreff starten, bekommen sie von uns einen Hinweis, wo sie die erste Info finden können. Den QR-Code müssen sie mit einem Handy scannen, die Entschlüsselung zeigt ihnen textlich die Aufgabe an und verweist auf den nächsten Fundort eines QR-Codes.

Das setzt voraus, dass die Jugend per Handy sozusagen digitalisiert ist…

…ja, jede Zweiergruppe braucht ein Handy mit einem QR-Scanner, ein Internetzugang ist nicht erforderlich.

Ist nach den Pfingstferien dann Schluss?

Nein, wir werden diese Aktion bis zu den Sommerferien laufen lassen und die Ergebnisse sammeln. Zunächst wird jedes Team-Mitglied fürs Mitmachen von uns ein Eis bekommen. Für die ersten drei Teams, die die meisten Aufgaben richtig bewältigt haben, wird es dann Sonderpreise geben.

Die Kinder werden ohne Aufsicht durch den Stadtverkehr geschickt?

Die Teilnahme an der QR-Rallye setzt voraus, dass die Kinder oder Jugendlichen sich ohne Aufsicht der Eltern im Stadtverkehr bewegen können und dürfen. Die Teams können sich bei der Rallye jederzeit bei uns telefonisch melden, wenn es Probleme geben sollte.

Vorausgesetzt die Inzidenzzahlen bleiben stabil unter 100 oder sinken weiter – wie sieht der Weg aus für den Jugendtreff in den kommenden Wochen?

Zunächst geht’s darum, unseren Regelbetrieb im Jugendtreff wieder zu konsolidieren und dann unsere Angebote außerhalb mit Veranstaltungs- und Kulturbetrieb wieder hochzufahren, auch mit Jugendleitertreffen oder Bandproben. Auf jeden Fall freuen wir uns hier im Team, dass endlich wieder Leben in der Bude ist.

Interview: Ulrich Nathen-Berger

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