Kolbermoor – Die Stadt hat seit wenigen Tagen eine Mobilitätsmanagerin: Die gebürtige Kolbermoorerin Veronika Winkler hat diese neu geschaffene Stelle übernommen. „Der Klimaschutz hat für die Stadt Kolbermoor eine hohe Priorität, zudem haben wir im Bereich der Mobilität so viele Themen, dass wir diese Stelle leicht besetzen konnten“, betont Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) im Gespräch mit dem Mangfall-Boten. Er vertritt derzeit urlaubsbedingt Bürgermeister Peter Kloo (SPD).
Umfangreicher
Maßnahmenkatalog
Auf die 40-Jährige wartet laut Kannengießer ein umfangreicher Aufgabenkatalog: „Themen rund um den Stadtbus, die Begleitung der Verkehrsplanungskonzepte sowie des Radverkehrskonzepts, das umgesetzt werden muss; selbstständiges Planen, Bewerben und Durchführen von Öffentlichkeitsveranstaltungen; das Umsetzen von Förderprojekten – mit Beantragung, Berechnung und Berichterstattung wie auch von Ausschreibungs- und Vergabeprozessen“, zählt Kannengießer auf. „Ein Handlungsbedarf besteht in der Umsetzung des Radverkehrskonzepts, das wir mit den Bürgern erarbeitet haben und dann professionell aufbereitet wurde, das wird eine der Hauptaufgaben der neuen Mobilitätsmanagerin sein.“ Die Realisierung dieses Konzepts werde nicht billig, sagt Kannengießer. „In bestimmten Stadtbereichen müssen die Wege aufbereitet werden, auch Grunderwerb könnte nötig sein.“
Der Mangfall-Bote hatte anschließend Gelegenheit, mit Veronika Winkler über ihre neue Aufgabe zu sprechen.
Mit welchen Gefühlen gehen Sie an Ihre neue Aufgabe heran?
Ich bin hoch motiviert und freue mich total, in meiner Heimatstadt beim Thema Mobilität mitwirken zu dürfen.
Was zeichnet Sie für diese Aufgabe aus?
Einerseits habe ich als gebürtige Kolbermoorerin den Blick von innen, andererseits habe ich nach meinem Studium in Regensburg mit meinem Diplom als Geografin die Tourist-Information in Farchant im Landkreis Garmisch-Partenkirchen geleitet. Da ging es hauptsächlich um Mobilität mit den Fragestellungen: Wie kommen die Gäste vor Ort, wie reisen sie ihr Urlaubsgebiet an? Wie lässt sich das alles möglichst umweltfreundlich gestalten ohne großes Verkehrschaos in dem schmalen Tal? Denn dort wollten wir die Autos möglichst draußen halten.
Wie lässt sich dieser Aufgabenbereich auf Kolbermoor projizieren?
Die Bürger bewegen sich ähnlich wie Gäste, sie wollen von A nach B, wollen ihren Arbeitsweg zurücklegen, sie sind auch in ihrer Freizeit unterwegs.
Welchen Aufgabenkatalog haben Sie bereits überreicht bekommen?
Meine erste Aufgabe wird sein, mir einen Überblick darüber zu verschaffen, was alles getan werden muss. Es geht zunächst um das Radverkehrskonzept, das umgesetzt werden soll.
Welche Schnittmenge gibt’s in Ihrem Aufgabenbereich mit dem Klimamanager der Stadt?
Ich möchte die Leute motivieren, ihre Mobilitätsroutine zu durchbrechen, indem sie mehr aufs Fahrrad umsteigen oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen, um möglichst wenig CO2 durch den Verkehr produzieren zu lassen.
Sie sind Kolbermoorerin, das heißt doch sicher, dass Sie bereits einige Ideen in der Tasche haben, die es gilt, umzusetzen? Neben dem Radverkehrskonzept?
Tatsächlich möchte ich diese Ideen erst intern besprechen, bevor ich damit an die Öffentlichkeit gehe. Im Radverkehrskonzept ist nun wirklich viel festgeschrieben, was zu tun ist. Wir werden erst festlegen müssen, was von den rund 50 Punkten zuerst umgesetzt werden soll.
Wie bewerten Sie Projekte der Stadt, wie die Aufbohrung der Tonwerkunterführung, die lange Zeit ein Nadelöhr für den Verkehr war?
Da gibt es noch mehr Möglichkeiten, um Verkehrssituationen in der Stadt zu verändern und zu verbessern. Ich kenne die Tonwerkunterführung seit der Schulzeit und bin täglich dort hindurchgegangen.
Wo sehen Sie die nächste Verkehrsengstelle, die entspannt werden sollte?
Bitte verzeihen Sie mir, aber ich möchte wirklich diese Dinge erst stadtintern besprechen.
Interview: Ulrich Nathen-Berger