Kolbermoor – Erst vergangene Woche haben die Gärtner des Bauhofs rund 3000 Sommerblumen im Stadtgebiet gepflanzt: Auf Plätzen, nahe der Straße am Rand der Bürgersteige, auf Verkehrskreiseln und obendrein haben sie rund 80 Pflanzentröge bestückt. Und nun das: „Als mein Kollege die Blumen jetzt gegossen hat, fiel ihm auf, dass gleich an zwei Stellen Blumen geklaut worden sind“, ärgert sich Simon Reiter, Chefgärtner beim Bauhof. Knapp 30 Stück. Zum einen an einem Beet an der Brückenstraße zwischen Mangfall und Von-Bippen-Straße, zum anderen in einem Trog Am Glasberg, so Reiter.
Kein Ersatz
mehr vorhanden
Tags darauf haben sie zwar wieder nachgepflanzt, aber sollten noch einmal welche gestohlen werden, bleiben die Lücken in Beeten und Trögen frei. „Denn mehr Ersatzpflanzen haben wir nicht“, so Reiter. „Es tut uns einfach für die Kolbermoorer leid, die sich an den Bepflanzungen erfreuen.“ Die Blumen würden von Steuergeldern gekauft, seien mit zwei bis drei Euro pro Stück auch teuer, erklärt er. Er versteht es nicht: Überall kann man sich Blumen kaufen, dann muss man die doch nicht stehlen. Reiter sagt, dass es immer wieder vorkommt, dass Blumen aus den Trögen und Beeten gestohlen werden. Sollte man mal einen Hochzeitstag vergessen haben, habe Reiter Verständnis, dass man eine Tulpe aus einer Wiese abschneidet, aber gleich knapp 30 Stauden? Nein, dafür hat er kein Verständnis. Das sieht Jürgen Halder vom Bauamt der Stadt genauso. Er vermutet, „dass die entwendeten Blumen für die Gräber auf dem Friedhof hergenommen werden“. Beweisen kann er das nicht – „das ist eine Vermutung“, sagt er. Anzeige wurde bei der Polizei nicht erstattet.
Verantwortliche:
Nicht beirren lassen
Christian Poitsch vom Stadtmarketing geht davon aus, dass es sich nicht um einen Jungenstreich handelt – „was sollen die mit Blumen?“ Er geht vielmehr davon aus, dass es sich bei den Tätern um Erwachsene handelt. „Das ist kriminell. Das ist Diebstahl.“ Aber er stellt auch klar: „Von so etwas lassen wir uns nicht beirren, wir werden weiterhin Blumen pflanzen.“