Jäger schlagen Alarm

von Redaktion

Unbekannte veranstalten Schnitzeljagd im Wald – Tiere ihrer Verstecke beraubt

Kolbermoor – Die Jägerschaft Kolbermoor/Lohholz schlägt Alarm: Kürzlich sind ihnen verschiedene Zettel in den Jagdrevieren Kolbermoor und Lohholz im Wald im Kolbermoorer Norden aufgefallen, die auf eine Schnitzeljagd mitten im Wald hindeuten. Wer dahinter steckt, wissen sie nicht. „Sonst hätte ich da schon gleich angerufen“, sagt Jäger Jürgen Halder. So etwas sei ja gut gemeint, habe aber für die heimische Fauna weitreichende Folgen.

Nachwuchs
wird geboren

Er erklärt: Zum einen werden im Mai und Juni die Rehkitze – und auch der Nachwuchs der anderen Waldbewohner erblickt das Licht der Welt – geboren. Zum anderen mähen die Bauern ihre Wiesen. Die Rehe – auch Füchse und Feldhasen – verstecken ihren Nachwuchs in den Wiesen. Steht allerdings das Mähen an, spüren die Lohholzer und Kolbermoorer Jäger den Nachwuchs auf, um ihn vor einem „sicheren Mähtod“ zu bewahren.

Sie durchstreifen die Wiesen, und finden sie Nachwuchs, bringen sie ihn an den Rand des Waldes. Dabei tragen sie Handschuhe und nehmen auch Gras als Unterlagen, „damit die Tiere keinen menschlichen Geruch annehmen und die Eltern das Tier nicht verstoßen, so Jäger Halder.

Die Wiese ist also passé – ihnen bleibt jetzt ausschließlich der Wald: Und so nutzen sie das Dickicht des Waldes als Versteck und Unterschlupf. „Ist dort aber Trubel, wie beispielsweise eine Schnitzeljagd, wissen sie nicht mehr wohin sie sollen und es geht zurück aufs Feld, wo der Mähtod droht.“ Denn der Nachwuchs versteckt sich im Wald hinter Sträuchern, Stauden und Brennnesseln. Die Kleinen laufen nicht einfach davon, denn „ihnen fehlt der Fluchtreflex. Sie warten auf ihre Mama“.

Und deshalb bittet die Jägerschaft keine Schnitzeljagd im Dickicht des Waldes zu veranstalten. Ist denn so etwas auch aus anderen Wäldern im Mangfalltal bekannt? „Nein, davon wissen wir nichts“, so Halder.

Obendrein weisen die Lohholzer und Kolbermoorer Jäger die Bürger dringend darauf hin, auf den Wegen zu bleiben. Alles andere sei tabu – das sei der Bereich der Tiere. Außerdem erklärt Halder, die Hunde dringend an der Leine zu führen. Sie erschnüffeln eine Fährte und weg sind sie – tief im Dickicht. Wo eben Rehe, Füchse und Feldhasen samt Nachwuchs leben.

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