Kolbermoor – Der Betriebsleiter des Kolbermoorer Freibads, Helmut Eggerl, ist guter Dinge: Ihn freut der große Zuspruch der Besucher, der sicherlich auch den sommerlichen Temperaturen geschuldet ist. Spätestens am Nachmittag, gegen 14 oder 15 Uhr, sei das Bad voll ausgelastet. Wobei: Voll ausgelastet bedeute derzeit, dass maximal 540 Gäste auf das Gelände dürfen, den Corona-Beschränkungen geschuldet. „Vor allem die Jugend hat viel aufzuholen“, berichtet Eggerl, dass die Buben und Mädchen derzeit besonders oft über die Stränge schlügen und die Baderegeln missachteten. Wenn sie zum Beispiel unvermittelt vom Beckenrand ins Wasser springen.
Schwimmer
im Blick behalten
Wer erwischt wird, darf sich am Anfang noch mit einer Rüge begnügen. Bleibt die Einsicht dennoch aus, droht der Verweis aus dem Freibad. Auch das sei in den vergangenen Tagen bereits das ein oder andere Mal vorgekommen, wie Eggerl berichtet. Im Blick auf vereinzelte Badeunfälle, wie sie sich auch am jüngsten Wochenende an bayerischen Seen ereigneten, gibt sich der Betriebsleiter entspannter, als seine Kollegen an den Seen: Die Beckenschwimmer im Blick zu behalten, gestalte sich deutlich einfacher, als Badegäste eines Sees zu beaufsichtigen.
Parkprobleme
rund um die Anlage
Dass einem gar nichts entgehe, sei natürlich auch bei einem Freibad unmöglich. Doch anders als bei den Seen seien zumindest immer Leute drumherum, die gegebenenfalls Alarm schlügen, sollte ein Badegast in Schwierigkeiten geraten.
Denn die Corona-Beschränkungen schlagen wohl auch bei den Schwimmkenntnissen zu Buche. Die Schulen hätten weder im vergangenen Jahr noch derzeit Interesse an Kursen angemeldet. Den Nachholbedarf unter den Kindern merkt er daran, dass die inzwischen wieder angebotenen Schwimmkurse ausnahmslos belegt seien. Zudem: „Wir suchen händeringend Rettungsschwimmer“, sagt der Betriebsleiter. Zweimal habe man bereits Stellen ausgeschrieben, bislang ohne Erfolg.
Die begrenzte Zahl an Badegästen habe zumindest die Parksituation rund um das Kolbermoorer Freibad entspannt, berichtet der Bürgermeister der Stadt, Peter Kloo. Auch zusätzliche Stellplätze habe Kolbermoor bauen lassen. Doch zu Hochzeiten reiche auch diese Fläche nicht aus. Dabei findet Kloo, dass die Schwimmanlange problemlos mit dem Radl zu erreichen sei. Natürlich nicht, wenn der ein oder andere Badegast unbedingt sein Zubehör zum Freibad transportieren müsse: Kühlboxen, Liegestühle und andere Utensilien für einen gelungenen Tag. Hier plädiert Kloo, diese Dinge vor dem Freibad auszuladen und das Fahrzeug anschließend, wenn auch weiter weg, ordentlich zu parken.
Doch sein Appell verhalle oft ungehört. Und damit gebe es immer wieder den ein oder anderen, der sich mit seinem Fahrzeug so hinstelle, dass er andere blockiere. Zumindest wenn, wie am Wochenende, der Besucherandrang beim Freibad entsprechend hoch sei. Die kommunale Verkehrsüberwachung sei aber derzeit ohnehin schon damit ausgelastet, die Badeseen der Region im Blick zu haben, bei denen der Besucherandrang noch schlimmere Zustände hervorrufe als rund um das Kolbermoorer Freibad. Entsprechend klein fielen die Fenster aus, in denen die Stadt die Kontrolleure der Verkehrsüberwachung in Anspruch nehmen könne.