Alternative zum Auto aufzeigen

von Redaktion

Stadtradeln 2021 Kolbermoors Mobilitätsmanagerin zieht Zwischenfazit

Kolbermoor – Bislang rund drei Tonnen Kohlendioxid: Diese Menge des schädlichen Treibhausgases haben die Kolbermoorer Teilnehmer zur diesjährigen Aktion Stadtradeln bislang gespart, weil sie statt mit dem Auto auf dem Radl unterwegs waren. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich die Zahl der teilnehmenden Teams von 33 auf 42 erhöht – auch wenn der Stand vom Dienstag nur eine Zwischenbilanz ist.

Von den Vorteilen des Velos überzeugen

Ohnehin: Neben Kilometerrekorden gehe es vor allem darum, Kolbermoors Bürger von den Vorteilen des Radfahrens zu überzeugen und zeitgleich ein Zeichen für die Förderung des Radverkehrs, Klimaschutz und Lebensqualität zu setzen. Das zumindest findet Veronika Winkler, Mobilitätsmanagerin bei der Stadt Kolbermoor. Sie gibt sich in dieser Sache optimistisch: „Der Wandel beim Radfahren ist deutlich spürbar – allerorts“, findet Winkler, das Radl mausere sich vom Freizeitgerät zum konkurrenzfähigen Verkehrsmittel. Dazu beigetragen haben wohl auch die Pedelecs, also Fahrräder, bei denen ein elektronischer Motor für die notwendige Unterstützung sorgt. Gerade wenn die Wegstrecke bergauf geht. „Durch die Elektromobilität steigen immer mehr Menschen auf und legen den Weg zur Arbeit, Schule oder zum Einkauf auf zwei Rädern zurück“, sagt Winkler.

Auch das Stadtradeln soll mehr Menschen dazu einladen, bestenfalls vom Auto aufs Rad umzusteigen, die Bürger von den Vorteilen des Radfahrens zu überzeugen. „Ob ein Weg mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, entscheidet sich zunehmend anhand anderer Faktoren“, schildert die Mobilitätsbeauftragte. Damit meint sie: Wie lange dauert die Fahrt? Wie sicher fühle ich mich mit dem Verkehrsmittel? Damit das Rad zu einer Autoalternative wird, braucht es entsprechend mehr, als nur Elektromotoren, die helfen, dass der Tritt in die Pedale nicht allzu schweißtreibend wird. Nämlich Radwege, vor allem aber solche, die getrennt vom motorisierten Verkehr verlaufen – möglichst ohne Stopps und Wartezeiten, wie Winkler betont.

Wer eine Problemstelle für Radfahrer in Kolbermoor entdeckt, kann diese über die Plattform „RADar“ ans Rathaus melden. Das können Hecken sein, die zu weit auf den Radweg hineinragen. Mitunter würden auch bekannte Gefahrenstellen gemeldet. Auch solche, die seitens der Verwaltung nicht auf die Schnelle zu beheben seien. Zum Beispiel, wenn nur wenig Platz für die Velofreunde bleibe.

Man kann es nicht jedem recht machen

Meist bestehe die Schwierigkeit für Kolbermoor an dieser Stelle, die erforderlichen Grundstücke zu kaufen. Doch im Allgemeinen, berichtet Veronika Winkler, seien die Kolbermoorer Radfahrer froh, eine Ansprechpartnerin im Rathaus zu haben, an die sie sich mit ihren Belangen richten können. Für ihre Stadt zumindest macht die gebürtige Kolbermoorerin keine Konfliktlinien zwischen Auto-, Radfahrern und Fußgängern aus. Man müsse Kompromisse finden, denn in vielen Städten existierten nun mal „gewachsene Strukturen.“ Anders gesagt: Es gibt nicht ausreichend Platz, um es allen recht machen zu können.

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