Kolbermoor – An der Kolbermoorer Farrenpointstraße wird gebaut. Ein Mehrfamilienhaus soll entstehen. Doch mit dem Vorhaben einher geht auch ein neuer Streckenverlauf für den Stadtbus nebst neuem Haltepunkt, der von der Ecke Farrenpont-/Dr.-Christian-Junkenitz-Straße weiter zur Kreuzung an die Friedensstraße verlegt wurde. Und dieses Provisorium sorgt für Unmut bei den Anwohnern. Statt die Bushaltestelle wie bislang in der Nähe des Kurvenbereichs zu verlegen, in deren Bereich ohnehin keine Autos abgestellt werden dürfen, liegt der neue Haltepunkt neben einem Wohnhaus. Damit falle öffentliche Parkfläche weg, klagen die Anwohner.
Kloo: Keine
einschneidende Maßnahme
Dem widerspricht Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo (SPD). Die neue Linienführung wertet er nicht als „einschneidende Maßnahme“, über die die Stadt die Anwohner breit informieren hätte müssen. Denn diese klagen ebenso darüber, dass sie über die neuerliche Situation nicht in Kenntnis gesetzt worden seien. Auch nicht darüber, wie lange dieser Zustand anhalte.
Kloo verweist auf den Umstand, dass es sich bei der Fläche, an der die Ersatzbushaltestelle beheimatet ist, nicht um Parkplätze handelt, sondern um öffentliches Gelände, entlang dessen das Abstellen von Fahrzeugen erlaubt ist. Mehr aber auch nicht. „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass der Autoverkehr sehr störanfällig ist“, beschreibt der Rathauschef den Umstand, dass es vor allem in Städten wohl zunehmend komplizierter werden dürfte, ein Auto sein Eigen zu nennen und dieses auch irgendwo unterbringen zu können. Auch in anderen Siedlungen Kolbermoors herrschten Parkprobleme, manchmal sei es aber auch umgekehrt: Wenn beispielsweise viele Lkw entlang einer schmalen Straße stünden und den fließenden Verkehr blockierten. Eine Situation, die dann nur noch durch ein Parkverbot gelöst werden könne. Das Argument, „Dann können wir ja dort nicht mehr parken“ lässt Kloo zumindest nicht gelten. Jeder müsse selbst dafür Sorge tragen, wo er sein Fahrzeug unterbringt. Dabei verweist er auf die ein oder andere Garage, die für vielerlei anderes, aber eben nicht als Stellplatz genutzt werde.
Und klappt dies alles nicht: „Dann muss derjenige eben Radfahren“, sagt Kloo konsequenterweise. Schließlich arbeitet seine Stadt gerade an einem Radwegekonzept und will auch mit der jährlichen Aktion Stadtradeln mehr und mehr Bürger dazu ermuntern, vom Auto aufs Radl umzusteigen. Und auf der anderen Seite findet Kolbermoors Bürgermeister: „Ich denke, dass die Leute auch dankbar dafür sein können, dass der Stadtbus direkt vor ihrer Haustür hält.“