Neue Bänke und Tische für Kolbermoor

von Redaktion

Schüler der Praxisklasse bauen öffentliche Sitzgelegenheiten für das Stadtgebiet – Projekt läuft seit über zehn Jahren

Kolbermoor – Vom Betonsack zur perfekten Sitzgruppe: An dieser Entstehungsgeschichte haben jetzt die Schüler Marcel Suttner, Tarik Mayer und Edrid Bajqinca mitgewirkt. Die drei gehen in die Praxisklasse der Pauline-Thoma-Schule und haben in einem zweiwöchigen Praktikum vier Mosaikbänke und zwei Tische gefertigt. An ihrer Seite war Michael Zuber, der „Interaktive Kunstprojekte“ anbietet.

In Kolbermoor gibt es das Projekt seit über zehn Jahren. „Die erste Bank kam an den Tonwerkweiher“, erinnert er sich. Mittlerweile sind jede Menge in der Stadt verteilt – wie viele kann Zuber nicht sagen. In den Anfangsjahren haben arbeitslose Jugendliche die Bänke und Tische gefertigt. Seit vier Jahren besteht eine Kooperation mit der Pauline-Thoma-Schule. Eigentlich sind sechs Schüler bei der einmal im Jahr stattfindenden Aktion dabei, coronabedingt sind es heuer drei.

Jetzt sind wieder vier Bänke und zwei Tische entstanden. Eine Kombination steht am Spielplatz nördlich der Bahnlinie, eine andere auf die Liegewiese nahe der Zugspitzstraße. Zuber und die Schüler haben alles gemeinsam gemacht: Vom Beton anmischen über die kleinen bunten Fliesen aufkleben und den Transport bis zum Aufbau vor Ort.

Ziel des Projektes ist es, Schülern eine Hilfe bei der Berufswahl zu geben. „Sie erhalten einen Einblick in mehrere Berufe und arbeiten mit Beton, Holz und kleinen Fliesen“, sagt Michael Zuber. Und wie kommt das Projekt an? „Sehr gut. In insgesamt 15 Jahren ist es einmal passiert, dass ein Schüler zurück in die Klasse wollte“, erklärt Zuber, der das Projekt in ganz Südost-Bayern anbietet. Und machen auch Mädchen mit? „Im ersten Jahr waren in Kolbermoor auch Mädchen dabei, danach nie wieder.“ In anderen Gemeinden sei das anders, da seien auch Mädchen interessiert.

Er wird auch vom Verband der Bayerischen Betonindustrie unterstützt. „Es bestehen Kooperationen.“ Und so wurden beispielsweise Aktionstage ins Leben gerufen, an denen die Schüler die Firmen besuchen. Und an welchen Ort sollen die nächsten Bänke und Tische in Kolbermoor kommen?

Das steht noch nicht fest, so Zuber, der erzählt, dass er oft durch Kolbermoor fahre, um nach geeigneten Plätzen zu schauen. „Ich dachte mal mir gehen die Plätze aus, aber die Stadt wächst und somit wird sich immer ein Ort finden.“ iw

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