Mit drei Kruzifixen ins neue Restaurant

von Redaktion

Giuseppe und Mario Coglitore Pächter im Wohn- und Geschäftshaus an der Rosenheimer Straße

Kolbermoor – Giuseppe Coglitore (49) kann sich ein Leben ohne Gastronomie nicht vorstellen. „Ohne geht es nicht“, sagt er und blickt sich in dem Gastraum seines Lokals Milano an der Rosenheimer Straße um. Er kennt hier jeden Zentimeter, jede Ecke, jede Steckdose.

Denn seit knapp 27 Jahren ist er der Pächter. Jetzt ziehen er und sein Sohn Mario (26) mit dem Milano am Mareis im März ins Wohn- und Geschäftshaus um. „Das Milano zieht einfach um“, sagt er. „Sonst ändert sich nichts.“

Lokal am Mareis
wird grundsaniert

Nur, dass sie Eis selbst machen wollen, die Ausstattung heller und freundlicher wird. Und es zwei Terrassen gibt. „Ich habe schon mit dem Architekten gesprochen.“

Nötig wird der Umzug, weil so das Restaurant am Mareissaal nach 32 Jahren grundsaniert werden kann (wir berichteten). Und deshalb ziehen die Coglitores samt Team einfach ein paar Hundert Meter Richtung Osten.

Giuseppe Coglitore hat die Gastronomie quasi mit der Muttermilch aufgesogen: Pizza, Pasta, italienische Lieder. Denn seine Eltern sind in den 60er-Jahren von Sizilien über Umwege nach Kolbermoor gekommen. Giuseppe Coglitore ist im alten Krankenhaus in der Mangfallstadt geboren.

Dann haben seine Eltern ein Lokal an der Brückenstraße übernommen – „das ehemalige Vittoria“, erzählt Coglitore. Er und seine Brüder waren immer dabei. Im Gastraum, an der Theke. „Wir haben mitgeholfen und es hat Spaß gemacht“. Und diese Freude an der Arbeit ist ihm bis heute geblieben.

Ende der 80er-Jahre hat er mit seinem Bruder das das Lokal, in dem heute das Milano ist, übernommen. Da war er 17. Dann wollte er eine Ausbildung zum Koch machen und ging nach Rosenheim in ein Lokal an der Papinstraße, erinnert er sich. Sein Bruder schaffte es nicht alleine und gab das Lokal an der Rosenheimer Straße in Kolbermoor auf. Dann folgten laut Coglitore sechs weitere Pächter.

Er kehrte zurück, übernahm das Milano und fing mit einen vierköpfigem Team an. Heute hat er über 30 Mitarbeiter. Seit knapp 27 Jahren ist er da. Pizza, Pasta und Spezialitäten aus Sizilien dürfen nicht fehlen, wie „Parmigiana“ einem Auberginen-Auflauf. Oder einem speziellen Artischocken-Gericht. Er bereitet am liebsten selbst Fleisch- und Fischgerichte zu. Steht er am Herd? „Ich bin überall und mache alles“, erzählt er.

Mamas Geschenk
bringt Glück

Er kennt das Lokal aus dem Effeff, weiß genau wo was steht. Und, was nimmt er mit in die neuen Räumlichkeiten? Was packt er in Kisten? „Nichts. Nur die drei Kreuze, die an den Wänden des Lokals hängen. Die hat meine Mama mir damals bei der Eröffnung geschenkt, sie hatte sie vorher auf Sizilien bei der Schwarzen Madonna segnen lassen“, erzählt Coglitore. Die müssen mit. Denn die haben ihm Glück gebracht.

Seit ein paar Jahren ist sein Sohn Mario an seiner Seite. Nach einer Lehre im Einzelhandel ist er bei Papa eingestiegen. Und verstehen sie sich gut? „Am Anfang war es nicht so leicht“, sagt Giuseppe Coglitore. „Aber jetzt ist es super“, erzählt der stolze Papa. „Naja“, ruft sein Sohn von der Theke aus und lacht. Giuseppe Coglitore stimmt mit ein. Passt also bestens.

Bis Ende Februar wollen die beiden das Milano am Mareis noch führen. Dann ziehen sie um. Mit den drei Kreuzen im Gepäck und ganz viel Vorfreude, auf alles, was kommt.

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