Kolbermoorer „Weltensprung“

von Redaktion

Einweihung Die Tonwerkunterführung ist seit Dienstagabend wieder befahrbar

Kolbermoor – Es ist vollbracht: Nach monatelanger Bauzeit wurde die Tonwerkunterführung am Dienstagabend feierlich eröffnet. Vor Ort waren rund 50 Bürger, darunter Bürgermeister Peter Kloo, Stadträte und auch Albert Hamberger. Er war von 1060 bis 1996 Stadtrat. Er erzählte, dass es bereits in den frühen 60er-Jahren unter Bürgermeister Adolf Rasp erste Überlegungen gab, die Tonwerkunterführung zu erweitern. Man beließ es damals dabei, der immensen Kosten wegen und auch, weil man die Zusammenarbeit mit der Bahn gescheut habe, so Hamberger.

Rund 6,6 Millionen
hat das
Bauwerk gekostet

Die Kosten sind nicht weniger geworden, von rund 6,6 Millionen Euro berichtete der Rathauschef, während seiner kurzen Eröffnungsansprache, von denen zwei Millionen die Bahn übernimmt. Das Zusammenspiel mit der Bahn aber habe, so sagte er, „gut geklappt“. Auch Bernd Pfeifer von der DB Netz lobte die Zusammenarbeit, nannte die neue Unterführung gegenüber des alten Bauwerks von 1906 einen „Weltensprung“: Sie sei größer, dem modernen Verkehr angemessen und vor allem sicherer, biete Bewegungsfreiheit für alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen. Und er hob auch hervor, dass die Initiative, in konkrete Planungsarbeiten einzusteigen, von der Stadt und vor allem von Bürgermeister Kloo ausgegangen und Bauamtschef Andreas Meixner ein hervorragender Arbeitspartner gewesen sei.

Vernünftige
Verbindung
in den Norden

Auch der Bürgermeister zeigte sich glücklich darüber, dass mit der neuen Unterführung nun eine vernünftige Verbindung zu den nördlichen Siedlungsbereichen gegeben ist. Eine Verbindung, die nicht nur dem Individualverkehr diene, sondern auch dem öffentlichen Nahverkehr zugute käme und – nicht zuletzt – auch die Sicherheit stärke.

Genau aus diesem Grund, so Kloo, habe man als erste Fahrzeuge, die die Unterführung durchquerten, auch den Stadtbus und das große Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr gewählt. Mit der Unterführung, so Kloo weiter, sei nun auch die Voraussetzung gegeben, um dem Bahnhof zu vernünftigen und sicheren Bahnsteigen zu verhelfen.

Pfeifer von der DB Netz AG war bezüglich des zeitlichen Rahmens bei der Verwirklichung optimistisch: die entsprechende Planung stehe bereits. Positive Aussichten, wie der Rathauschef meinte, vor allem weil man erst nach der Fertigstellung der Bahnsteige mit dem geplanten „Fahrradparkhaus“ beginnen könne – vorher brauche man die entsprechenden Flächen als Baustellenzufahrt.

Und er kündigte auch an, dass mit den Bahnsteigen die Zusammenarbeit mit der Bahn in Kolbermoor noch nicht beendet sei: als nächstes gemeinsames Vorhaben stünde der Bahnübergang an der Aiblinger Straße anzugehen.

Natürlich bekam das neue Bauwerk auch seine kirchliche Weihe durch Pfarrerin Birgit Molnar und Pastoralreferentin Martina Mauder. Die sagte dazu: „Weihwasser und Weihrauch bedeuten nicht, dass wir das Bauwerk jetzt verzaubern.

Durch diese Handlung soll in erster Linie unser aller Einstellung zu diesem Bau verändert werden, es soll deutlich werden, dass hier etwas wirklich Bemerkenswertes vollendet wurde, denn ein Bau, der auf sichere Art Menschen miteinander verbindet, ist immer etwas Besonderes.“ Eine Taufe der anderen Art hatte die Unterführung schon am Tag zuvor überstanden: Nach den sintflutartigen Regenfällen vom Montagabend war sie kurzfristig vollgelaufen. Auf Wassermassen, die ein sogenanntes hundertjähriges „Bemessungsregenereignis“ überstiegen, seien die Abflusseinrichtungen einfach nicht ausgelegt, so Kloo. Vor allem dann nicht, wenn die Gullys durch Geröll und Schlamm von den derzeit noch nicht befestigten Seitenböschungen verlegt würden. Man könnte, so Max Beer vom Ingenieurbüro Roplan bei der Einweihung dazu, zwar theoretisch die in der Unterführung selbst verbaute Abpumpleistung noch erhöhen, doch bei derartigen Regenmengen werde das Kanalnetz insgesamt zur Engstelle. Rechtzeitig zur Einweihung zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, so dass viele Bürger eine kurze, aber für Kolbermoor wirklich bedeutende Einweihungsfeier ungestört begleiten konnten.

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