Schnitzel nicht mehr auf Staatskosten

von Redaktion

Lehrerstunden gestrichen Angebot „Schüler kochen für Schüler“ eingestellt

Kolbermoor – Dass das „gemeinsame Kochen nicht mehr stattfinden kann, ist eine Riesen-Sauerei“, ärgerte sich Dagmar Levin (SPD) in der jüngsten Stadtratssitzung in Kolbermoor. Denn an der Pauline-Thoma-Schule sind die Lehrerstunden gekürzt worden, und daher bricht das Angebot „Schüler kochen für Schüler“ weg. „Sehr zum Bedauern der Schulleitung“ heißt es in der Sitzungsvorlage. Und nicht nur die bedauert das, sondern auch der Stadtrat. Denn Levin bekräftigte, dass sie im Namen der ganzen Fraktion spreche. Daraufhin klopfte der Stadtrat prompt auf seine Tische. Man war sich einig.

Verköstigung
wird teurer

Auch darin, als das Gremium einstimmig über die „Satzung zur Erhebung von Gebühren der Mittagsverpflegung in den Ganztagsklassen der Grund- und Mittelschule“ entscheiden sollte. Die Kosten des Schul-Mittagessens steigen nämlich auch dadurch. Schließlich sei es natürlich günstiger, wenn die Pauline-Thoma-Schüler teilweise im Rahmen des Unterrichts selbst kochen und dann eben gemeinsam Schnitzel, Spaghetti und Co. zu Mittag essen.

Es ist allerdings nicht nur diese Schule betroffen, sondern auch die beiden Grundschulen, da sich zum einen die Essenspreise, aber auch die Kosten für die Mitarbeiter geändert haben. Beispiel: Monatlich kostet das Mittagessen jetzt in der gebundenen Ganztagsklasse der Adolf-Rasp-Schule pro Schüler und Monat 69 Euro (vorher 66 Euro), an der Mangfallschule fallen dafür 59 Euro (vorher 60 Euro) an. „Da konnte sogar etwas eingespart werden“, sagt Elisabeth Kalenberg, Geschäftsführende Beamtin der Stadt, auf Anfrage des Mangfall-Boten. An der Pauline-Thoma-Schule kostet das Mittagessen jetzt 52 Euro – vorher 46 Euro (Klasse fünf bis acht), für die Stufen neun und zehn 43 Euro – vorher 37 Euro.

Dennoch gaben einige Mitglieder des Stadtrates nicht so schnell auf, und so schlug Max Schlarb (Parteifreie Kolbermoor) vor, das Angebot „Schüler kochen für Schüler“ eventuell durch eine ehrenamtliche Kraft anzubieten: „Können das nicht andere machen?“ Rathauschef Peter Kloo (SPD) sagte daraufhin: „Das geht nicht.“ Schließlich sei das Angebot Teil des Unterrichts. „Es ist ein politisches Thema“, sagt er hinsichtlich der Streichung von Lehrerstunden. Das entschied man selbst bei einer Wahl, wohin man eben sein Kreuzchen setzt.

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