Kolbermoor – Bei der Jahreshauptversammlung (JHV) des SV-DJK wurde (wie berichtet) der Abteilungsleiter Fußball, Robert Straub, mit 41:24 Stimmen zum neuen Vorstandssprecher gewählt. Damit übernimmt er das Amt von Gerhard Duschl, der diese Funktion über 40 Jahre inne hatte. Über den Verlauf der Hauptversammlung gehen die Meinungen auseinander. Leserbriefschreiber sprechen gar von einem „Putsch“. Was war da los?
Bei der Jahreshauptversammlung in der Osteria am Huberberg war Bürgermeister Peter Kloo der Wahlleiter. Nach seinem Kenntnisstand wurde in den zurückliegenden Jahren das ein oder andere Mal über eine Nachfolge von Gerhard Duschl gesprochen. „Entweder wurde dies aber nicht konsequent genug angegangen, oder es hat bis dato keinen Kandidaten gegeben.“
„Legitimes
Ansinnen“
Für ihn ist es ein legitimes Ansinnen, sich als Mitglied des SV-DJK für ein Amt zu bewerben, wenn sein Name – wie unter anderem im Fall von Robert Straub bei der Wahl zum Vorstandssprecher geschehen – aus der Versammlung heraus genannt wird.
„Über die Art und Weise und den Stil, wie die Wahlen in Gänze abgelaufen sind, kann man diskutieren und geteilter Meinung sein, dies zu beurteilen, obliegt aber anderen“, so der Bürgermeister.
Fakt ist für ihn, dass ein geheimes und demokratisches Wahlverfahren stattgefunden hat, „mit deren Ausgang und Entscheidungen nun alle Beteiligten leben müssen.“ Was sagt Gerhard Duschl, der über 40 Jahre Vorstandssprecher war? „Wenn es die Versammlung gewünscht hätte, hätte ich aus Pflichtgefühl gerne weitergemacht, mir liegt der SV-DJK sehr am Herzen.“ Er verdeutlicht, dass sich unter seiner Ägide der Sportverein mit derzeit rund 2750 Mitgliedern und zahlreichen Abteilungen zum größten Sportverein im Landkreis entwickelt habe. „Als Vorstand muss man das Gesamtgebilde aller Abteilungen im Blick haben.“ Wichtig ist ihm die Feststellung, dass der erweiterte Vorstandskreis unter Zugrundelegung der Corona-Thematik eine Jahreshauptversammlung im verkleinerten Rahmen unter primärer Teilnahme der Abteilungsleitungen diskutiert hat. Weiter sollte dann, ebenfalls unter Corona-Gesichtspunkten, im Herbst eine zweite Veranstaltung – ein so genannter Ehrenabend – durchgeführt werden. „Dies wurde so auch im Hauptausschuss besprochen“, so Duschl. Dementsprechend überrascht sei er dann über die große Teilnehmerzahl der Abteilung Fußball gewesen. Sein Bedauern äußert er darüber, dass nur noch ein Mitglied vom „alten“ im „neuen“ Vorstand vertreten ist. Für Robert Straub war der sich seit Längerem erhärtende Eindruck, einer „abteilungsübergreifenden Lethargie innerhalb des Vereins, ein Initialpunkt für seine Kandidatur, die Seele des Gemeinschaftsgefühls untereinander hat in den Jahren etwas gelitten.“ Auch wurden aus seiner Sicht notwendige Maßnahmen zu zögerlich angepackt oder nicht mit dem nötigen Nachdruck verfolgt.
„Zukunftsorientierte
Vorstandschaft“
Dementsprechend habe auch bei einigen Mitgliedern aus den Abteilungen die Unzufriedenheit über diese Gesamtsituation zugenommen, erklärt er. „Wenn man dies zur Kenntnis nimmt und etwas ändern will, muss man selber in den Ring steigen“, so Straub. Für ihn hat auch die Steigerung der Identifikation aller Mitglieder mit „ihrem SV-DJK“ oberste Priorität: „Wir müssen das ,Wir-Gefühl‘ wieder stärken, wir brauchen mehr von der Mentalität ,einer für alle, alle für einen‘“.
Dazu soll das Vereinsschiff mit frischem Wind auf einen neuen Kurs gesetzt werden. „Die Zusammensetzung der neuen Vorstandschaft, aus Erfahrung und frischen Impulsen, wird sicherlich dazu förderlich sein.“
„Wir müssen Impulsgeber sein“
Die Anregungen müssen dazu nach seiner Ansicht „vor einer agilen, aktiven und innovativen sowie zukunftsorientiert agierenden Vorstandschaft ausgehen, zusammen mit den Mitgliedern des Hauptausschusses.“ „Wir müssen den Takt vorgeben und die Impulsgeber sein“, beschreibt er seine Vorstellung, die es im Einklang mit den Abteilungen umzusetzen gilt.
Ein Ziel ist für ihn auch die Verbesserung der logistischen Rahmenbedingungen für den Sportverein, „hier gibt es noch einiges zu tun, damit wir dem Bedarf gerecht werden können. Wir haben hervorragende Sportler mit tollen Ergebnissen in unserem Verein, aber die Trainingsmöglichkeiten könnten noch besser sein.“