Ein Signal für gute Luft

von Redaktion

Kolbermoor will drei Schulen mit CO2-Ampeln ausstatten

Kolbermoor Wichtige Unterstützung oder unnötige Spielerei? Diese Frage stellte man sich in der Kolbermoorer Stadtratssitzung Ende Juli, als es darum ging, ob man CO2-Ampeln in den Schulen installieren soll (wir berichteten). Bei der Diskussion einigte man sich darauf, die drei städtischen Einrichtungen selbst zu fragen, ob sie das Warnsystem in ihren Klassenräumen einrichten wollen. Nachdem innerhalb einer Woche ein klares Signal zurückkam, wird die Stadt nun aktiv und will die Sensoren bis zum Schulstart am 14. September zur Verfügung stellen.

Wunsch nach Sensoren bestätigt

„Alle drei Schulen haben sich zurückgemeldet und wollen CO2-Ampeln“, bestätigt Elisabeth Kalenberg, Geschäftsführende Beamtin der Stadt Kolbermoor. Sie schickte direkt nach der Stadtratssitzung eine E-Mail an die Pauline-Thoma-, Mangfall- und Adolf-Rasp-Schule. Innerhalb einer Woche sollten sie melden, ob, und wie viele Geräte, die bei einer kritischen CO2-Konzentration in der Luft Alarm schlagen, benötigt werden. Die Antwort kam schnell und klar. Alle drei Einrichtungen wollen die Sensoren, wenn möglich bis zum Schulstart. Was allerdings noch nicht klar ist, sind laut Kalenberg die Kosten. „Da gibt es im Moment mehrere Angebote, die wir gegeneinander abwägen.“ Vergleiche man die unterschiedlichen Varianten, ergebe sich eine Spanne zwischen 100 und 300 Euro pro Ampel. Zudem sei noch nicht eindeutig, wie viele Geräte wirklich benötigt werden. Die Pauline-Thoma-Mittelschule meldete einen Bedarf von 30 Stück. Für die beiden Grundschulen rechnet Kalenberg mit weiteren 15. Die insgesamt 60 CO2-Anlagen werden die Stadt Kolbermoor dementsprechend wohl rund 12000 Euro kosten. Eine Summe, die für Bürgermeister Peter Kloo, vertretbar ist. „So etwas kann man schon installieren, um sowohl Schülern als auch Lehrern eine zusätzliche Sicherheit zu geben“, meint er. Gerade während Klassenarbeiten oder Übungen könne man schließlich schon einmal das Lüften vergessen, weshalb das Ampelsystem durchaus ein sinnvolles Werkzeug sein könne. Nichtsdestotrotz ist der Bürgermeister überzeugt, dass man auch ohne die Melder ein funktionierendes System sicherstellen könnte. „Früher hatten wir ein akustisches Signal. Wenn der Schulgong geläutet hat, haben wir gelüftet“, berichtet er scherzhaft. Bei dem gelernten Elektriker bleibt allerdings eine gewisse Skepsis. Denn die Lärmbelästigung und die Platzierung mitten im Raum seien auf lange Sicht lästig. „Selbst an das Querlüften denken, wäre da einfacher“, betont der Rathauschef.

Lieferung bestenfalls noch im September

Um die richtigen CO2-Sensoren zu beschaffen, hat sich die Geschäftsführende Beamtin Kalenberg mit anderen Kommunen in Verbindung gesetzt, die bereits Erfahrungen gesammelt haben. So wurden beispielsweise in der Stadt Rosenheim schon 629 Geräte verteilt, die direkt gut ankamen, wie Sigrid Rechenauer, Schulleiterin des Karolinengymnasiums, bestätigt. „Sobald die Sensoren ein Signal geben, springen gleich mehrere Schüler auf, um die Fenster zu öffnen.“

Für Kalenberg liegt es daher nur noch an den Herstellern, ob die geforderte Menge an CO2-Ampeln pünktlich zum kommenden Schuljahr ankommt. „Grundsätzlich sind die Geräte lieferbar“, meint sie. In der aktuellen Situation könne man allerdings nie wissen, ob nicht etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt. Nach der Rückmeldung der drei Kolbermoorer Schulen wolle man aber in jedem Fall keine Zeit mehr verlieren.

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