Kolbermoor – Vor rund fünf Jahren, im Juni 2016, erschien der Neubau des Rosenheimer Tierheims noch „aussichtslos“. Jetzt wird der gut 3000 Quadratmeter große Gebäudekomplex offiziell eröffnet. Nach jahrelanger Planung und intensiver Arbeit bekommen die Tiere nun ein neues Zuhause. Auch wenn die Eröffnungsfeier kleiner ausfallen muss als geplant, ist Andrea Thomas, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, glücklich über das neue Heim für ihre „Schützlinge“.
Viel Platz
für Vierbeiner
„Wir haben jetzt einfach viel mehr Platz für alles, was wir brauchen“, erzählt Thomas, während sie durch die zahlreichen neuen Räume geht. Drei Gebäude inklusive weitläufiger Grünfläche stehen jetzt, etwas versteckt im Wald am Gang-steig 54 in Kolbermoor und bieten alles, was das Tierherz in dieser Situation begehrt. „Neben dem u-förmigen Tierhaus ist endlich auch das Hauptgebäude und das Futterlager fertig“, freut sich die Vorsitzende.
Auf den beiden gegenüberliegenden, langen Seiten des Tierhauses ist nun Platz für bis zu 35 Hunde, sowie rund 100 Katzen. Aber auch Reptilien, Kleintiere und Schildkröten sind dort untergebracht.
Das Hauptgebäude ist dann das „Reich für Vögel und Kleintiere“. Außerdem befinden sich dort die Krankenstationen, der Empfangsraum und die Büroräume. Jeder Tierbereich ist dabei mit unterschiedlichen Farben an den Wänden markiert und hat eine eigene Futterstation sowie ein Quarantäne-Areal. „Dort kommen die Tiere hin, die neu abgegeben oder gefunden wurden und von denen wir nicht genau wissen, wo sie herkommen“, erläutert Thomas. Nach eingehender Untersuchung und einer Impfung durch einen der aktuell rund 15 Mitarbeiter geht es dann zu den Artgenossen, die in ihrem vergrößerten Reich auf potenziell neue Besitzer warten. „Wir hatten für unsere Katzen vorher nur drei Räume“, beschreibt Thomas die engen Verhältnisse. Jetzt haben die Vierbeiner einen ganzen Wohnblock inklusive Katzenklappen, die in die Außengehege führen. Der knapp fünf Jahre in Anspruch nehmende Umbau sei dabei nur aufgrund zweier Erbschaften möglich gewesen. „Bei Gesamtkosten in Höhe von rund sechs Millionen Euro ist das Geld für das Hauptgebäude fast knapp geworden“, meint Gesamtprojektleiter Hartmut Uttscheid. Zusätzlich seien aufgrund der Corona-Pandemie einige Einnahmequellen wie der Tag der offenen Tür oder der Christkindlmarkt weggefallen. Umso mehr ist man laut Thomas auf Spenden angewiesen, die zusätzlich zum Neubau die Betriebskosten von rund 600000 Euro im Jahr abdecken.
Bei der Konzeption konnte man Uttscheid zufolge leider nicht alles so bauen, wie vom Tierheim ursprünglich gewünscht, da die Vorschriften der Behörden das Endergebnis schon zu 95 Prozent vorgegeben haben. Beispiele hier sei die Vorschrift einer eigenen Küche für jeden Tierbereich oder die Einhaltung bestimmter Hygienevorschriften.
Rund 800 Sponsoren
machen es möglich
„Am Schluss wird dennoch alles gut“, resümiert Thomas mit Blick auf das im Vergleich zum alten Tierheim viermal so große Gelände. Die Vorsitzende bedauert zwar, dass die Eröffnungsfeier am 10. September nur mit einem Bruchteil der 800 Unterstützer stattfinden kann.
Dennoch ist es für sie ein „absoluter Traum“, der nun in Erfüllung geht. Voller Tatendrang will die ehrenamtlich tätige Lehrerin nun neue Mitarbeiter für das Heim einstellen. Zudem gebe es innerhalb des Hauptgebäudes noch viel zu tun und auch mit dem Wasserablauf habe man noch etwas zu kämpfen. Der Grundstein für ein würdiges, großes Tierheim sei nach jahrelanger Arbeit aber endlich gelegt.