Kolbermoor – Eigentlich wollte die Kolbermoorerin Gabriele Böning im Jahr 2001 nur ein paar Kleider für einen guten Zweck sammeln. Dass daraus der mittlerweile etablierte Verein „Kolbermoorer helfen“ entsteht, hätte sich die 57-Jährige niemals vorstellen können. Rund 20 Jahre nach der Gründung blickt die Vorsitzende auf eine bewegende Zeit mit zahlreichen ehrenamtlichen Aktionen zurück.
Engagierte Einwohner
gaben den Ausschlag
„Wir sind damals von der Hilfsbereitschaft förmlich überrannt worden“, erinnert sich Böning an ihre erste wohltätige Aktion. Zusammen mit Petra Bacher organisierte sie eine Kleidersammlung, die Bedürftigen in der Stadt zugute kommen sollte. Als das Projekt jedoch immer größer wurde und die ersten Leute fragten, ob man auch Geld spenden könne, musste Böning kurzfristig reagieren. Die Lösung fand sie zusammen mit Günther Zellner, dem erfahrenen Organisator von diversen ehrenamtlichen Veranstaltungen. „Ihr müsst einen Verein gründen“, war die klare Ansage des Kolbermoorer Ortskartellvorsitzenden.
Ohne zu zögern, suchten sich Böning und Bacher also weitere Mitstreiter und gründeten den Verein „Kolbermoorer helfen“. Laut der Vorsitzenden war das der Startschuss für diverse Veranstaltungen, um speziell bedürftigen Senioren oder Menschen mit Behinderung in der Stadt zu helfen.„Wir brauchen Geld und arbeiten dafür“, betont Böning und berichtet von der langjährigen Unterstützung beim Mangfall-Lauf oder dem Christkindlmarkt. Aber auch das Spülmobil beim Kolbermoorer Bürgerfest ist mittlerweile fester Bestandteil und dient als wichtige Einnahmequelle.
Geholfen werde mit dem gesammelten Geld meistens so persönlich wie möglich. „Es ist wichtig, dass die Menschen uns kennen und sie keine Bedenken haben, wenn wir versuchen, sie zu unterstützten“, meint Böning. Das gehe von kleinen Osternestern oder Weihnachtsgeschenken bis hin zu organisatorischen Dingen wie die Anmeldung einer neuen Wohnung. Besonders wichtig ist der Kolbermoorerin auch der Schwimmkurs für Kinder, deren Eltern sich das normalerweise nicht leisten können. Die Idee des ehemaligen Vorstandsmitglieds Barbara Wüstermann resultierte auch in diesem Sommer wieder in zwölf Gutscheinen für einen Kurs im Kolbermoorer Freibad. „Die Kinder sind da immer mit vollem Einsatz dabei“, berichtet Schwimmlehrer Charly Meier. Nach acht Schwimmstunden waren demnach die Grundlagen gelegt und es gab die begehrten Seepferdchen- oder Seeräuberabzeichen.
Aktuell besteht der Verein aus rund 110 helfenden Kolbermoorern, von denen circa 20 aktiv mitarbeiten. So könne man im Moment rund 50 Bedürftige betreuen. Die komplette Organisation des Vereins läuft dabei komplett ehrenamtlich. Für die Vorsitzende, die im Gymnasium Bruckmühl als Sekretärin angestellt ist, bedeutet das gerade während der Hilfsaktionen viel Arbeit. Für die Freude und Wertschätzung der Bedürftigen lohne sich das aber allemal.
Der persönliche Kontakt zu den Bedürftigen sei allerdings laut Böning seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie kaum noch möglich gewesen. „Wir mussten da leider viel per Anruf lösen,“ klagt sie. Dabei habe man bereits gemerkt, wie alleine gerade viele ältere Menschen sind, die an Feiertagen niemanden haben, mit denen sie reden können.
Die 54-Jährige wünscht sich daher, dass es noch mehr engagierte Kolbermoorer gibt, die wie sie selbst den persönlichen Kontakt nicht scheuen. Ein Geschenk zu Ostern könne zwar schon viel bewirken. Viele bräuchten allerdings dauerhaft einen Menschen an ihrer Seite, der ihnen hilft, im Notfall für sie da ist oder eben auch einfach nur mal zuhört.
Vorsitzende ist
positiv gestimmt
Für die Zukunft hofft Böning auf noch mehr Unterstützung. Nach 20 Jahren „Kolbermoorer helfen“ blickt sie dennoch positiv auf das bisher Erreichte zurück. „Die Stadt und ihre Einwohner bringen sich aktiv ein“, weiß sie um das Bürgerengagement. Dieser Eindruck habe sich auch seit der Gründung nicht geändert.