Rosenheim – Die Bedingungen waren nicht immer leicht, jetzt ist es geschafft: Der Neubau des Rosenheimer Tierheims ist seit gestern offiziell eröffnet. An der Feier nahmen neben Unterstützern, Planern und beteiligten Architekten auch politische Vertreter aus Stadt und Landkreis teil.
2020 erst
mit dem Bau
begonnen
Wenn Andrea Thomas vor dem 3000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex Am Gangsteig 54 steht, kann sie es immer noch nicht richtig glauben. „Es hat viele Herausforderungen gegeben“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Sie steht in dem neuen Veranstaltungsraum, blickt in die Gesichter der rund 70 Gäste und lässt die vergangenen vier Jahre Revue passieren.
Sie erzählt von der Erbschaft, die den Neubau überhaupt erst möglich gemacht habe, von den zahlreichen Gesprächen mit den Architekten und Planern. Ende 2018 sei dann das Kleintier- und Katzenhaus abgerissen worden, ein weiteres Jahr verging bis zum ersten Spatenstich.
Behörden
schreiben Einrichtungen vor
„Dann gab es aufgrund der schwierigen Bodenbeschaffenheit und der unzähligen von den Behörden vorgeschriebenen Sanitäreinrichtungen und dem entsprechend aufwendigen Rohrsystem erst einmal eine längere Durststrecke“, erinnert sich Thomas. Nach etlichen Anpassungen und Überarbeitungen der Pläne konnte 2020 schließlich mit dem Bau begonnen werden. Es folgte das Richtfest im September, die Fertigstellung des Tierhauses und der Umzug der Katzen, Hunde und Kleintiere. „Würden Tiere lachen können, würden sie das jetzt tun“, sagte Projektleiter Hartmut Uttscheid. Er sei überglücklich und stolz, dass „so gut wie alles fertig ist.“ Ähnlich euphorisch äußerte sich Oberbürgermeister Andreas März, der auch im Namen von Landrat Otto Lederer sprach. „Mit der Eröffnung des Neubaus können Sie Ihren Tieren eine zeitgemäße und tierwürdige Bleibe bieten“, sagte er. Die Unterbringungsmöglichkeiten seien deutlich größer, moderner und würden dem neuesten Stand der Anforderungen an Tierschutz und Tiermedizin entsprechen. Auch er wisse, dass der Weg nicht immer leicht gewesen sei. Er erinnerte an die schwierige Standortsuche, die coronabedingten Verzögerungen beim Bau sowie die alleinige Finanzierung durch Spenden. „Parallel dazu lief der normale Tierheimbetrieb auch noch weiter. Umso größer fällt mein Respekt vor dem Geleisteten aus“, sagte er. In diesem Zusammenhang lobte er nicht nur die hauptamtlich Beschäftigten, sondern auch die vielen ehrenamtlichen Helfer. „Als Oberbürgermeister freut es mich ungemein, dass wir so engagierte Mitbürger haben“, sagte er.
Eines der
modernsten
in Deutschland
Und auch Ilona Wojahn, Präsidentin des Bayerischen Tierschutzbundes, hatte für die Arbeit ihrer Kollegen in Rosenheim nur lobende Worte: „Eine Erbschaft wie diese bekommt man nicht ohne Grund. Die muss hart erarbeitet werden“, zeigte sie sich überzeugt. Sie erinnerte an die „furchtbaren Bedingungen“ die früher herrschten. Sie freue sich über das neue Tierheim. Dieses gehöre laut dessen Betriebsleiterin Kerstin Ecke nun zu den „modernsten und neuesten in ganz Deutschland.“
Viel harte
Arbeit
notwendig
Die Freude darüber ist groß, und doch blickt Andrea Thomas auch mit Sorge in die Zukunft. Denn der Neubau hat rund sechs Millionen Euro gekostet, Rücklagen für den laufenden Betrieb, der etwa 600000 Euro im Jahr verschlingt, gibt es nicht.
Auch reiche das, was die Gemeinden für die Fundtiere zahlen, die an das Tierheim abgegeben werden, nicht aus. „Wir brauchen eine faire Fundtierpauschale“, forderte sie zum Ende ihrer Rede, bevor es eine Führung durch den Neubau gab.