35000 Gäste kommen ins Freibad

von Redaktion

Stadt spricht von „super guter Besucherzahl“ trotz Einbußen wegen Corona-Pandemie

Kolbermoor – Die Blätter fallen von den Bäumen, es wird langsam kühler und die Tage werden kürzer. Der Herbst steht vor der Tür und das Freibad startet in die Winterpause. Christian
Poitsch vom Stadtmarketing Kolbermoor und Betriebsleiter Helmut Eggerl ziehen Bilanz.

35000 Personen haben das Freibad dieses Jahr besucht. „In einem normalen, guten Jahr kommen zwischen 60000 und 70000“, sagt Poitsch. Die absolute Spitzenzahl sei 100000 gewesen. Doch heuer musste die Stadt die Besucherzahl begrenzen. Statt den üblichen 2500 durften nur rund 540 Personen in das Bad. Wenn man das bedenkt, sei es eine „super gute Zahl“.

Nur 277 statt 450
Dauerkarten verkauft

Aufgrund der geringeren Besucherzahl haben sich die Einkünfte halbiert. Der August ist normalerweise einer der besten Monate neben Juni und Juli. Weil es heuer so viel geregnet hat, war er aber der schlechteste Monat. „Das Freibad ist eine Einrichtung für die Bürger, es geht nicht um Profit“, sagt Poitsch. Dennoch sei es schade, dass auch weniger Dauerkarten verkauft wurden, 277 statt 450 wie vor der Corona-Pandemie. Die Besitzer der Saisonkarten können so oft ins Freibad gehen, wie sie möchten. Viele kämen morgens oder abends, um ihre sportliche Fitness zu trainieren. Das Kolbermoorer Freibad sei eines der letzten Bäder mit einer 50-Meter-Bahn und deshalb bestens geeignet für Sportschwimmer.

„Das ist wie eine Sucht“, sagt Eggerl. Viele Dauergäste könnten es kaum erwarten, kämen schon um 7.15 Uhr und warten vorm Freibad, obwohl das erst um 8 Uhr öffnet. Insgesamt sei die Saison gut gewesen, aufgrund der begrenzten Besucherzahl jedoch „relativ ruhig“. Eggerl ist es nicht gewohnt, dass nur so wenige Gäste im Bad sind.

„Komisch“ sei das. Er muss es wissen. Schließlich arbeitet er schon seit 25 Jahren im Freibad. „Er kennt jede Pumpe mit Vornamen“, sagt Poitsch. Obwohl es dieses Jahr recht ruhig war, gab es drei Tage, an denen die Tickets ausverkauft waren. Aufgrund der begrenzten Besucherzahl mussten die Freibadmitarbeiter Besucher dann abweisen. Für manche sei das „nervig und aufwendig“ gewesen.

Ob Besucher die Hygieneregeln sonst immer anstandslos befolgt haben? „Die Leute hatten keine Chance“, sagt Poitsch. Das sei „alternativlos“ gewesen. Der Großteil hätte das hingenommen. Nur manche Besucher seien verärgert gewesen. Sie wollten nicht bei jedem Besuch erneut ein Kontaktformular ausfüllen. Im Großen und Ganzen sei aber alles gut abgelaufen.

„Die Leute haben sich gefreut, dass das Freibad überhaupt auf hatte“, sagt
Poitsch. Es sei wichtig gewesen, dieses Angebot zu ermöglichen – gerade wegen der Pandemie. Denn dadurch seien viele Freizeitaktivitäten weggefallen. Auch die Homeoffice-Situation sei für viele „ein Klimmzug“ gewesen. Die Stadt wollte den Bürgern deshalb unbedingt etwas bieten und das Freibad öffnen. „Koste es, was es wolle“, beteuert Poitsch.

Normalerweise öffnet das Bad Anfang Mai. Dieses Jahr konnten Besucher erst ab 27. Mai kommen. Das Bad durfte zunächst nicht öffnen und musste dann erst beheizt werden. Im Freibad werden auch Schwimmkurse angeboten. Dieses Jahr waren sie ausgebucht.

„Wir konnten die Nachfrage gar nicht bedienen“, sagt Poitsch. Es sei enorm wichtig, dass Kinder schwimmen lernen, weil es zu viele Badeunfälle gebe. Aufgrund der Corona-Einschränkungen fanden in allen Bädern weniger Kurse als sonst statt. Das habe das Problem verstärkt. Im Freibad konnten sie nur bei schönem Wetter abgehalten werden. Kein Kind wolle Schwimmen lernen, wenn es regnet. Um einer Generation von Nichtschwimmern vorzubeugen, sollten Kurse mehr gefördert werden, so
Poitsch.

Für die Winterzeit wird das Schwimmbad nun „technisch eingemottet“. Das Team hat viel zu tun: Es muss gemalert werden, ein neues Kabel verlegt, zwei Pumpen ersetzt, alle anderen Pumpen zerlegt und gereinigt werden. Im Nichtschwimmerbecken sind Fliesen abgesprungen. Das Wasser wird deshalb abgesenkt, um die kaputten Fliesen zu ersetzen. Dann wird das Becken wieder befüllt, da die Fliesen im Winter bei Frost sonst wieder abspringen. Auch Eispolster bringen die Mitarbeiter am Beckenrand an, damit Eisschollen nicht auf die Fliesen drücken können.

Hoffen auf „normalen
Badebetrieb“

„Wir hoffen, dass 2022 wieder ein Schwimmbadjahr wie vor 2019 wird“, sagt Poitsch. Auch Eggerl will, dass wieder mehr Leben in das Freibad einkehrt. Denn ob Liegen, Bälle, Schwimmschlangen oder Tischtennisschläger – nichts durfte er an die Besucher verleihen. „Das war schade für die Kinder“, sagt der Betriebsleiter. Wenigstens habe er dieses Jahr die Rutsche öffnen dürfen. Doch für das kommende Jahr wünscht er sich „einfach einen normalen Badebetrieb“.

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