Zweifacher Heimvorteil der Kandidaten

von Redaktion

Daniela Ludwig verliert – Pankraz Schaberl und Nino Kornhaß gewinnen in Kolbermoor

Kolbermoor – In ihrem Heimatort Kolbermoor siegte Daniela Ludwig (CSU) zwar deutlich mit 36,3 Prozent und 3702 Stimmen, doch gab es für die Bundestagsabgeordnete eine Klatsche im Vergleich zu 2017: Damals holte sie laut vorläufigem Endergebnis 7,3 Zähler mehr. Aber mit 36,3 liegt Ludwig in Kolbermoor nur knapp hinter dem Landkreisergebnis mit 36,9 Prozent.

Vorteile für
regionale Kandidaten

Der zweite Lokalmatador im Mangfalltal, Pankraz Schaberl aus Feldkirchen-Westerham, holte sich und für die SPD 13,0 Prozent (Minus 0,4 Prozent zu 2017). Landkreisweit holte Schaberl 11,6 Prozent.

Die großen Gewinner des Abends waren bei den Erststimmen Victoria Broßart (Grüne) und Gerhard Schloots (Freie Wähler). Auf Broßart entfielen 1180 Kreuze und somit 11,6 Prozent (landkreisweit 13,0 Prozent). Das ist ein Plus von 3,8 Prozentpunkten. Für Schloots stimmten 6,5 Prozent (landkreisweit 9,3 Prozent). Das macht ein Plus von 4,1 aus.

Auf sechs Prozent kam „dieBasis“ mit Direktkandidat Nino Kornhaß aus Bruckmühl und Gewerbetreibender in Kolbermoor bei den Erststimmen. Die Partei erhielt 3,7 Prozent.

Herbe Verluste erlitt die AfD bei den Erststimmen. Für Andreas Kohlberger stimmten 10,8 Prozent, was 5,8 Prozent weniger als noch vor vier Jahren sind. 2,8 Prozente mehr als 2017 erreichte indes Michael Linnerer (FDP). Dank guter Vorbereitung lief laut Kolbermoors Wahlleiter Thomas Rothmayer alles „rund“ am Wahlsonntag. Die sieben kurzfristigen Absagen von Wahlhelfern hätten durch im Vorfeld akquirierten Ersatz kompensiert werden können.

Um 21.30 Uhr vermeldete er, dass die Wahl ausgezählt und abgeschlossen sei. Gestern standen neben Nachbearbeitungen und Statistiken, die Meldung des Ergebnisses an das Landratsamt Rosenheim auf seiner Agenda. Die Wahlbeteiligung in der Stadt lag bei 76,85 Prozent. Was 0,85 Zähler mehr sind als vor vier Jahren. Dennoch: Damit ist die Kommune bei der Wahlbeteiligung auf dem letzten Platz im Mangfalltal.

Per Brief gaben 6198 Bürger ihre Stimmen ab. Das macht einen Prozentsatz von 46,24 aus. Die Kolbermoorer sind der CSU dabei um 7,2 Prozentpunkte abtrünnig geworden. Hier ging es von 36,8 auf 29,6 hinab. Ein Plus verbuchte indes die SPD. Um 2,6 Zähler ging es im Vergleich zu 2017 auf 16,1 Prozent hinauf. Zugewinne von 3,2 Prozent verbucht auch die FDP in Kolbermoor. Hier erzielte die Partei 13,2 Prozent. Ebenfalls Gewinner der Wahlnacht sind die Grünen. Sie verbessern ihr Ergebnis von 8,0 Prozent aus 2017 auf jetzt 11,4. Das ist ein Plus von 3,4 Zählern. Dicht dahinter ist in Kolbermoor die AfD mit 11,1 Prozent der Zweitstimmen.

Das entspricht zu 2017 aber einem Einbruch um 6,6 Prozent. Das ist der zweithöchste Absturz der Parteien. 7,5 Prozent entfielen auf die Freien Wähler. Das ist ein enormer Zugewinn. 2017 gab es gerade einmal 2,3 Prozent für die Partei. Das Plus beträgt 5,2 Zähler.

Unterschiedliche
Hochburgen

Die CSU-Hochburg war dabei das Wahllokal im Feuerwehrhaus Pullach. Dort ergatterte die Partei 40,7 Prozente. Indes „Rot“ wählten am meisten die Bürger im Wahllokal „Adolf-Rasp-Schule A“ mit 21,8 Prozent. Die AfD wiederum hat am meisten Stimmen im Wahllokal „Mittelschule C“ abholen können. Für die FDP gab es am meisten Kreuze in der Mangfallschule. 20,8 Prozent entfielen hier auf die gelbe Partei. 13,7 Prozent und damit das Höchstergebnis hatten die Grünen im Wahlbezirk „Adolf-Rasp-Schule C“. Die Freien Wähler wiederum haben mit 9,1 Prozent ihr Top-Resultat im Feuerwehrhaus Pullach gehabt.

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