Wer dreht an der Kirchturmuhr?

von Redaktion

Mesner Roland Schwarzmüller aus Kolbermoor über die automatische Umstellung

Kolbermoor – Am 31. Oktober ist es wieder soweit: Um 3 Uhr morgens wird die Zeit auf 2 Uhr zurückgestellt. Wer eine mechanische Uhr besitzt, muss diese per Hand umstellen. Elektronische Uhren stellen die Zeit automatisch zurück. Doch wie funktioniert das bei Kirchturmuhren?

„Per Hand musste ich die Uhr nie umstellen“, sagt Roland Schwarzmüller, Mesner der Kirche Wiederkunft Christi. Er muss den Kirchturm nicht hinaufkraxeln, wie es die Mesner früher vielleicht einmal taten. Der Turm wurde erst 1990 gebaut und gleich mit einer Funkuhr ausgestattet. Ein Langwellensender in Mainflingen bei Frankfurt am Main stellt diese automatisch um – so wie die meisten Uhren in Deutschland.

Ein Unternehmen wartet die Kirchturmuhr einmal im Jahr. „Bei einer Uhr in der Größenordnung ist das nötig“, sagt der Mesner. Das Läuten der Glocken sei abhängig von der Uhr. Glocken und Uhr müssen richtig gekoppelt und gewartet sein. „Das ist wie beim Auto“, weiß Schwarzmüller. Die Arbeiter müssten alles schmieren, den Zustand und Einstellungen überprüfen.

Auch die Turmuhr und Glocken der katholischen Kirche Heilig Dreifaltigkeit wird einmal im Jahr durchgecheckt. „Das ganze System ist hoch technisiert“, sagt Mesner Siegfried Obermayr. Alle fünf bis zehn Minuten sende der Langwellensender ein Signal. Sollte das nicht funktionieren, kann er die Uhr per Hand umstellen. „Das ist nicht aufwendig“, so der Mesner. Er müsse dafür nur auf einen Knopf drücken – auch falls die Glocken nicht automatisch läuten. Niemand müsse dann an einem Seil ziehen. Bei kleinen Kirchen müssten die Mesner das noch tun. „Das ist ganz romantisch.“ Die Evangelisch-Lutherische Kreuzkirche hat keine Kirchturmuhr. plt

Artikel 2 von 5