Kolbermoor – Es summt und brummt. Die fleißigen Bienen fliegen von einer Blüte zur nächsten. An ihren Hinterbeinen sind kleine gelbe Klümpchen zu sehen, die sogenannten Körbchen sind mit Blütenstaub befüllt. So tragen sie Pollen umher und bestäuben Pflanzen. Das fasziniert nicht nur viele Berufs- und Hobbyimker. Seit Anfang des Schuljahres gibt es an der Pauline-Thoma-Mittelschule in Kolbermoor eine Bienen Arbeitsgemeinschaft (AG). Elf Schüler sind in der Gruppe und lernen dabei alles über die Insekten.
Zusammenspiel
der Natur verstehen
„Ich finde das Projekt super“, sagt Markus Heimbuchner, Leiter der Bienen AG. Er wurde von der Schule angesprochen, ob er die Aufgabe übernehmen will. Als Erster Vorstand des Bienenzuchtvereins Kolbermoor und Bienensachverständiger kennt er sich aus mit den kleinen Tierchen. Die Stadt hat genehmigt, dass er sich während seiner Arbeitszeit am Bauhof um die Bienen AG kümmern kann. „Sonst wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Heimbuchner.
Ziel des Projekts sei nicht nur der Schutz der Bienen. Die Kinder sollen das Zusammenspiel der Natur besser verstehen – also zwischen Blume, Bienen und Insekten. Das funktioniere „wunderbar“, weil die Kinder sehr interessiert seien. Sonst hätte die Ganztagesklasse schließlich auch nicht als Wahlfach gegründet.
Vergangene Woche haben die fleißigen Bienchen der Pauline-Thoma-Mittelschule an der Kreuzung Staatsstraße und Rotbachl knapp 1000 Blumenzwiebeln gepflanzt. Mit dabei waren der AG-Leiter und Stadt-Chefgärtner Simon Reiter. Die Stelle ist nicht weit von der Schule entfernt. „So kann jeder Schüler hingehen und sehen, was daraus geworden ist“, sagt Heimbuchner. Die Blumenwiese sei aber nicht nur für die Bienen, sonder auch andere Insekten und für den Menschen – „damit was Schönes blüht“. Kommendes Frühjahr werden mehrere Bienenvölker an der Pauline-Thoma-Schule platziert. Diese bewirtschaften die Kinder dann selbst. Dazu gehören viele Aufgaben: Die Schüler müssen überprüfen, ob es den Bienen gut geht, dass sie keine Krankheiten und genug Futter haben – „allgemeine Bienenpflege“ sei das. Über den Winter werden die neuen „Bienenwohnungen“ gebaut. Die Rahmen und Balken bauen die Schüler gemeinsam mit dem AG-Leiter. „Dann können die Bienen im Frühjahr einziehen“, sagt Heimbuchner.
Das Projekt sei wichtig, da den Kindern so vermittelt werden könne, wie relevant Bienen und andere Insekten für die Natur und die Menschen sind.
Sie brächten nicht nur den Honig, sondern sorgen für die Bestäubung von Obst und Gemüse. Die Arbeit mache den elf Schülern außerdem viel Spaß. „Nicht bloß schnell im Biologieunterricht durchnehmen, sondern wirklich sehen, was Bienen machen und uns bringen“, sagt Heimbuchner.
Stockwaage
als großer Wunsch
Es ist nicht das erste Mal, dass der Bienenexperte mit der Schule zusammenarbeitet. Das Projekt habe es vor zehn Jahren bereits gegeben. Darum sei der Lehrbienenstand am Tonwerkweiher entstanden.
Mit dem Rektor Markus Rinner wurde die Idee wieder „aus dem Schlaf erweckt“. Heimbuchner hat noch ganz andere „spannende Sachen“ mit den Schülern vor. Heutzutage könne man die Natur gut mit der Technik verbinden. Irgendwann will er eine elektronische Bienenstockwaage aufstellen.
Dafür müsse er noch Sponsoren finden. Mit diesem Gerät können die Kinder dann über ihr Mobiltelefon oder den Computer nachsehen, was im Bienenstock vorgeht. So wüssten sie genau, was die Bienen am Tag eingetragen oder wie viel Futter sie verbraucht haben. „Das ist noch Zukunftsmusik.“