Kolbermoor – An der Mangfallschule gibt es einen neuen Elternbeirat. Was dieses Jahr geplant ist, und wie schwierig die Arbeit in der Corona-Pandemie ist, erzählen die neue Vorsitzende Melanie Steindlmüller (40) und ihre Stellvertreterin Franziska Srp-Cappello (42).
„Es geht nicht nur darum, Feste zu organisieren, sondern um strategische Anliegen“, sagt Srp-Cappello. Damit meint sie die Sicherheit an der Schule. Mit Tests, Masken, Abstand und CO2-Ampeln solle diese so lange wie möglich geöffnet bleiben. Deshalb hat sich der Elternbeirat auch für die CO2-Ampeln eingesetzt, die seit September in jedem Klassenzimmer sind.
Eine Leuchtweste
für jeden Schüler
Die Eltern kümmern sich auch um alltägliche Dinge. Etwa wenn es Probleme mit dem Busfahrplan oder dem Angebot der Pausenverpflegung geht. Aktuell versuchen sie über die Verkehrspolizei eine Leuchtweste für jeden Schüler zu organisieren.
In der Winterzeit seien sie „nicht wirklich sichtbar“ und vielen Eltern sei das nicht bewusst. Auch Schülerausweise wird es bald an der Mangfallschule geben. Rektorin Christa Wagner hat die Idee angestoßen, der Beirat unterstützt sie in der Umsetzung.
„Wir sind alle ganz motiviert, aber wir hängen in der Corona-Zeit fest“, sagt Steindlmüller. Die Planung des Jahres sei nicht einfach, wenn niemand wisse, wie es weitergeht. Bestes Beispiel ist der Weihnachtsmarkt in Kolbermoor. Es war geplant, dass der Elternbeirat dort von 26. bis 28. November selbst gebastelte Sachen der Kinder und Adventskränze verkauft. Wegen der hohen Infektionszahlen wurde der Christkindlmarkt abgesagt. „Es bricht wieder ein Stück Normalität weg, das ist natürlich schade“, sagt Srp-Cappello. Besonders da der Erlös aus dem Verkauf an die Kinder gegangen wäre. Der Elternbeirat wollte sie bei Schulfahrten, Theatergruppen, Projekten oder Wünschen unterstützten. Auch wenn sich Eltern Bücher oder andere Dinge nicht leisten können, springe der Beirat ein.
Er organisierte auch einen Nikolaus für den 6. Dezember. Der Bruder einer Lehrerin legte sich einen weißen Rauschebart, Mütze und die typische rote Robe um. Dann besuchte er die Erst- und Zweitklässler und hat ihnen Nikolaussäckchen mit Mandarinen, Äpfeln, Nüssen und ein bisschen Schokolade gebracht. Die Schüler der dritten und vierten Klassen durften sich die Leckereien aus einem Korb nehmen. Natürlich wurden die Corona-Regeln dabei beachtet.
Im Sommer ist ein Schulfest geplant, um die 150-Jahr-Feier nachzuholen. Auch ein Sportfest mit den anderen Schulen sei im Gespräch. Denn in Kolbermoor gibt es nun einen aktiven Gesamtelternbeirat von Adolf-Rasp-Schule, Mangfallschule und Pauline-Thoma-Schule. Die Vorsitzenden der Beiräte und deren Stellvertreter sind automatisch dabei. So können die Schulen gemeinsam an Projekten arbeiten.
Wie das Sportfest genau aussehen soll, steht noch nicht fest. „Wir sind vorsichtig, wie sich die Corona-Lage entwickelt“, sagt Steindlmüller. Sie wollen nicht, dass die Kinder sich freuen und dann wieder alles abgesagt werden muss. Es wird Spiele geben und eine Überraschung. Die Kinder sollen Spaß haben und in Bewegung kommen. In der Corona-Zeit hätten sie sich nicht viel bewegt. Der Elternbeirat will auch „die Waage zwischen den Eltern und der Schule halten“. Die Mitglieder treffen sich einmal im Monat, um die wichtigsten Sachen zu besprechen. „Das Schöne ist, dass es Spaß macht“, sagt Steindlmüller. Aufwendig sei die Arbeit nur, wenn wenige Eltern mitmachen – wie aktuell mit zwölf Beiräten. Das sei zwar die vorgegebene Zahl bei der Schulgröße. „Es wäre trotzdem toll, wenn wir ein paar mehr wären“, sagt die Vorsitzende. Dann könnten die Aufgaben besser verteilt werden.
Die Eltern arbeiten nicht nur zusammen, sie sehen sich als Gemeinschaft und tauschen sich gerne untereinander aus. Sie reden über die Kinder, die Klassen und mit Rektorin Wagner. Man verstehe dann besser, wie das Schulleben funktioniert und wie es den Kindern geht, gerade in der Corona-Pandemie.
„Man kann
etwas bewegen“
„Ich will den Kindern helfen und ihnen etwas Gutes tun“, sagt Steindlmüller. Es mache ihr Spaß etwas zu organisieren und gemeinsam mit den anderen Eltern auf die Beine zu stellen. Sie war bereits im Kindergarten Kieselstein im Elternbeirat. Nun gehen zwei ihrer drei Kleinen auf die Mangfallschule und sie engagiert sich dort. „Man hat den Eindruck, dass man etwas bewegen kann“, sagt ihre Stellvertreterin Franziska Srp-Cappello. Sie war schon im vergangenen Jahr im Elternbeirat, aufgrund der Pandemie hätten die Vertreter aber nicht so aktiv sein können. Weil sie in Kurzarbeit ist, möchte sie sich aber weiterhin für „etwas Sinnvolles“ einsetzen.