Kolbermoor – Jedes Jahr plant der Bund Naturschutz eine Pflegeaktion auf dem Tonwerkgelände. Da die Aktion vergangenen Herbst pandemiebedingt ausfallen musste, wartete in diesem Jahr besonders viel Arbeit auf die ehrenamtlichen Helfer des Bund Naturschutz. So gestaltete sich das Ausmähen der steilen ehemaligen Lehmabbaukanten besonders anstrengend, da noch altes Schilf vorhanden war.
Klaus Dehler, der Vorsitzende des Bund Naturschutz, erinnerte daran, dass inzwischen über 30 Jahre vergangen sind, seit der industrielle Lehmabbau eingestellt wurde und sich die Natur dieses „Paradies aus zweiter Hand“ zurückeroberte. Damals kämpfte der Bund Naturschutz mit der Bürgerinitiative „NIT“ um den Schutz des Tonwerkgeländes. Zu dieser Zeit sollte nach Plänen der Stadt das Gebiet für einen Volksfestplatz und Sportanlagen genutzt werden. Erst nachdem 3500 Unterschriften für den Erhalt der Feuchtflächen gesammelt worden waren und der Landkreis die Biotopflächen mit Zuschüssen aus dem Bayerischen Naturschutzfonds erworben hatte, stand fest, dass sich hier die Natur weiterentwickeln konnte. Die Insel mit ihren Schilfrändern im westlichen Weiher ist zu einem ungestörten Rückzugsgebiet für seltene Vögel wie Teich- und Sumpfrohrsänger, Sumpfmeisen und Graureiher geworden.