Zirkusfamilie hofft auf Auftritte

von Redaktion

Am 17. Dezember soll die Manege in Kolbermoor mit 2G-Regel eröffnet werden

Kolbermoor – In der neunten Generation betreibt die Familie Brumbach ihren Zirkus bereits. Nach eineinhalb Jahren Corona-Pause dürfen sie ihre Leidenschaft endlich wieder ausleben – das hofft Nico Brumbach zumindest. Ab 17. Dezember soll der Weihnachtszirkus an der Staatsstraße in Kolbermoor mit der 2G-Regel und Maskenpflicht öffnen. Offiziell soll der Lockdown dann vorbei sein, an diese Hoffnung klammert sich die Familie jedenfalls.

Normalerweise reisen die Brumbachs mit ihrem Zirkus das ganze Jahr über durch Deutschland. Eigentlich kommen sie aus Enkenbach-Alsenborn in Rheinland-Pfalz. Aufgrund von Corona seien sie „plötzlich stillgestanden“. Erst im September haben sie wieder angefangen aufzutreten. Die Zwangspause von eineinhalb Jahren sei „wirklich schlimm“ für die ganze Familie gewesen. „So lange waren wir noch nie an einem Standort“, sagt Brumbach. Bis zur Pandemie hätten sie maximal drei Wochen an einem Ort verbracht. Dann waren sie für 18 Monate in Aschheim bei München.

Bürger starteten
Spendenaufruf

Weil die Familie kein Geld einnehmen konnte, war der Zirkus auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen, um die Tiere zu ernähren. Engagierte Bürger haben sogar einen Spendenaufruf für sie gestartet. Sie haben auch Futter gebracht und Lebensmittel für die Künstler. „Wir sind uns wie gefangen vorgekommen“, sagt Brumbach. Seine Schwester Kalita bestätigt: „Das war sehr hart.“

Der Zusammenhalt der Familie sei dadurch aber noch größer geworden. Jeder arbeitet mit und kümmert sich um etwas anderes: Elektronik, Musik, Lichttechnik oder die Tiere. Sie sind nicht nur Akrobaten und Künstler, sondern auch Kartenabreißer und Platzanweiser. Und sie können es kaum erwarten, wieder in Aktion zu sein. „Wir freuen uns, wenn uns die Leute mit einem Besuch unterstützten“, sagt Brumbach. Auch seine Schwester hat die Manege vermisst: „Die Auftritte haben uns sehr gefehlt.“ Sie sind optimistisch und hoffen, dass der aktuelle Lockdown nicht verlängert wird und sie Gäste begrüßen dürfen.

Um eine weihnachtliche Atmosphäre zu schaffen, dekorieren die Brumbachs den Zirkus mit Tannenzweigen, Christbaumkugeln, Sternen und Lichterketten. „Das sieht aus wie im Märchenland“, sagt Nico Brumbach. Er ist Jongleur, Luftakrobat und der Clown „Banane“. Besucher erwarten aber auch allerlei andere Künste im Zirkus: Messerwerfen, Feuerschlucken, Seiltanz, Hula-Hoop und Bodenakrobatik. 25 Tiere hat die Familie zudem dabei, darunter Lamas, Ziegen, Pferde und Hunde.

Mit 15 Wohnwagen, vier Packwagen und einem Tiertransporter reisen sie umher. „Ich habe noch nie in einem Haus gewohnt“, sagt Brumbach. Schon die Babys werden in den Zirkus „reingeboren“. Die Familie habe ihm seine Fertigkeiten von klein auf beigebracht. Er müsse auch nicht jeden Tag trainieren. „Das haben wir im Blut“, so der 29-Jährige.

Auch seine Schwester Kalita Brumbach hat schon früh mit dem Training begonnen – sechs Jahre war sie alt. Heute kann die 16-Jährige auf ihrem Kinn acht Stühle balancieren oder aber zugleich Leiter, Vorschlaghammer und Tisch. „Das fällt mir leicht, aber manchmal habe ich noch Lampenfieber“, sagt das Nachwuchstalent. Sie habe sich für die Stuhl- und Kinnbalance entschieden, weil ihr Vater dafür immer am meisten Applaus bekommen hat. Luftakrobatik sei für sie nie in Frage gekommen, in der Luft habe sie Angst.

Duft von Popcorn
und Zuckerwatte

Am besten gefalle ihr das Publikum zu erstaunen und Applaus abzusahnen. Bei ihren Auftritten trägt sie bunte, glitzernde Kostüme. Ihr liebstes Outfit ist ein schwarz, silberner Ganzkörperanzug mit Pailletten. „Auch den Popcorn- und Zuckerwatteduft liebe ich“, sagt die 16-Jährige.

Ihrem Bruder macht „einfach alles“ an der Arbeit Spaß. „Der Zirkus ist für mich ein Märchen, das niemals endet.“ Besonders mag Nico Brumbach auch, dass er mit seiner Familie dauernd an neuen Orten ist. Zu der Zirkustruppe gehören 16 Familienmitglieder: Seine Mutter, sein Vater, seine vier Brüder und drei Schwestern sowie ein Schwager und eine Schwägerin. Die ganze Familie hofft, dass sie am 17. Dezember ihre Besucher verzaubern und auf Weihnachten einstimmen kann.

Vorstellungszeiten, Aktionstage und Preise

Falls der Weihnachtszirkus der Familie Brumbach am 17. Dezember starten darf, finden Besucher das Zelt bis 6. Januar in Kolbermoor an der Staatsstraße, Ecke Aiblinger Au 2. Besucher können sie allerdings nur begrüßen, wenn der aktuelle Lockdown nicht verlängert wird. Die Zirkusvorstellungen dauern eineinhalb Stunden mit zehn Minuten Pause und finden täglich ab 15.30 Uhr statt. Nur an Weihnachten und Silvester ist Ruhetag. Am Mittwoch kosten alle Plätze zehn Euro, egal ob Loge, erster oder zweiter Rang. Familientag ist am Freitag, Erwachsene zahlen dann Kinderpreise. Am Sonntag ist Kindertag, jeder Bub und jedes Mädchen bekommt ein kleines Geschenk. In der Loge zahlen Erwachsene 16 Euro, Kinder 14. Auf dem ersten Rang zahlen Eltern 14 Euro und ihr Nachwuchs zwölf Euro. Die Plätze im zweiten Rang kosten für Erwachsene zwölf und für Kinder zehn Euro. Die Kartenhotline ist unter der Nummer 0157/52730933 erreichbar. Im Zirkus wird die 2G-Regel gelten: Nur Geimpfte und Genesene haben Zutritt. Zusätzlich gilt Maskenpflicht.

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