Kolbermoor – Ein würdevoller Ruheplatz für die Toten, ein schönes Stück Natur für die Lebenden – das soll der neue Kolbermoorer Friedhof „Am Rothbachl“ werden. Schon jetzt hat er viel von einem Park, ab nächstem Jahr soll sich dort dann auch ein blühendes Rosenmeer befinden. Der Stadtrat beschloss auf seiner letzten Sitzung einstimmig, den Planentwurf des Friedhofkompetenzzentrums Hartl umzusetzen.
Ausschreibungen
starten noch heuer
Schon auf der SeptemberSitzung hatte Michael Hartl ein erstes Konzept für die zukünftige Friedhofsgestaltung vorgestellt, mittlerweile ist dieses Konzept zur Planreife weiterentwickelt worden, sodass nach dem Stadtratsbeschluss noch in diesem Jahr mit den entsprechenden Ausschreibungen begonnen werden kann.
Der Kern des Konzeptes basiert auf der Tatsache, dass sich die Bestattungskultur wandelt. Viele Angehörige haben nicht mehr die Zeit für die aufwendige Pflege eines klassischen Grabes, oft wohnen sie selbst ja nicht einmal mehr in Kolbermoor. Urnengrabstellen werden deshalb immer mehr nachgefragt. Sie so zu gestalten, dass sie nicht nur ein würdevoller Begräbnisort sind, sondern auch für die Lebenden ein Ort des Verweilens, ist das Ziel.
Im neuen Friedhof wird es deshalb um 13 Bäume herum Grabplätze für jeweils 20 Urnen geben. Alle Bäume sind durch kleine Wege erschlossen, die Namen derer, die dort ihre Ruhe gefunden haben, finden sich an einer Stele, die auf jeder ihrer vier Seiten für fünf Namensschilder Platz bietet. Diese Schilder können Bronzetafeln oder aus gelasertem Aluminium sein, ihre Größe von 15 auf 15 Zentimetern bietet genügend Platz für eine individuelle Beschriftung.
Im nordwestlichen Teil des Friedhofs wird ein großer Rosengarten angelegt werden, dicht mit verschiedenen Rosenarten bepflanzt. Hier werden sich insgesamt gut 500 Einzelgrabstätten befinden. Sie sind verteilt auf 15 Felder, die jeweils von kleinen Wegen erschlossen sind, sodass der Toten direkt an ihrer Grabstätte gedacht werden kann.
Auch hier wird sich an jeder Grabstätte eine kleine Bronze- beziehungsweise Aluminiumtafel befinden, die auch hier wieder individuell gestaltet werden, also zusätzlich zum Namen auch ein Bild oder einen Segensspruch aufnehmen kann. Wenn gewünscht, kann diese Tafel auch mit einer Kerzenhalterung versehen werden.
Im Gedenkwald in Au gibt es bereits einen solchen Rosengarten, der dort als Begräbnisort großen Zuspruch findet, aber auch von anderen Besuchern als Insel des Lichts und des Lebens empfunden wird, wie Michael Hartl schon bei der Vorstellung der ersten Konzeptidee zu berichten wusste.
Sträucher müssen
Rosen weichen
In diesem Entwurf war noch vorgesehen, die bestehenden Sträucher im zukünftigen Rosengarten weitgehend zu bewahren. Dies ist aufgrund der zu großen Beschattung des Rosenareals jedoch nicht möglich, wie die Feinplanung ergab. Der Kirschbaum in diesem Bereich wird jedoch bestehen bleiben.
Hinter dem zukünftigen Rosengarten, im nordwestlichen Eck des Friedhofs, befindet sich ein Friedhofsteil, der bei zukünftigem Bedarf für Urnenbestattungen innerhalb einer Rasenfläche genutzt werden könnte. Konkretere Planungen sind hier jedoch noch nicht vorgesehen, vielmehr soll dieser Bereich durch die Stadtgärtner so gepflegt werden, dass er gegenüber dem Rosengarten optisch nicht abfällt. Die Kosten für die Umgestaltung des Friedhofs werden sich auf etwa 160000 Euro belaufen.