Verkehr flutscht wieder in alle Richtungen

von Redaktion

Rosenheimer StraSSe Baumaßnahme ist eine Woche eher fertiggestellt

Kolbermoor – Auf Höhe des Rathauses, gestern 15 Uhr: „Ist sie jetzt wieder auf?“, fragte eine Kolbermoorerin gestern laut über die Rosenheimer Straße hinweg in Richtung Bürgermeister Peter Kloo. „Ja“, rief dieser zurück. Woraufhin die Frau beide Daumen nach oben zeigte.

Das Teilstück der Rosenheimer Straße zwischen Angerbauerstraße und Tankstelle wurde gestern Nachmittag gegen 15 Uhr nach etwa vier Monaten Bauzeit wieder komplett dem Verkehr übergeben. Und das sogar noch vor dem geplanten Fertigstellungstermin, denn eigentlich hieß es seitens der Stadtverwaltung immer, dass die Straße erst Mitte Dezember fertig sein soll.

Arbeiter
„sehr fleißig“

„Wir waren besonders fleißig“, sagt Polier Helmut Haselsberger auf die Frage, warum es jetzt schneller ging als zunächst angenommen. Bauamtsleiter Andreas Meixner gab ihm recht: „Sie haben auch samstags gearbeitet“, so Meixner, der gestern Morgen noch einen Beschwerdeanruf wegen der einseitig gesperrten Rosenheimer Straße erhielt. Das ist jetzt vorbei.

Der Verkehr fließt wieder – in beide Richtungen. Seit Anfang August war die Rosenheimer Straße in diesem Bereich – rund 125 Meter – nur in Richtung Bad Aibling befahrbar. Alle, die Richtung Rosenheim unterwegs waren, mussten Umleitungen in Kauf nehmen. Und das sorgte bei der Bevölkerung für Ärger (siehe Kasten).

Rathauschef Peter Kloo sagte gestern, dass er es erschreckend fand, wie sich einige Verkehrsteilnehmer während der Umleitung benommen haben, da sie sich nicht an die Regeln gehalten haben. So bogen beispielsweise einige, die aus der Flurstraße in die Rosenheimer Straße abbiegen wollten – es war nur Richtung Innenstadt, also nach rechts, erlaubt – einfach nach links ab (wir berichteten). Darüber hinaus erklärte der Rathauschef, „dass die „Maßnahme im zeitlichen Rahmen geblieben ist und im Rahmen der Kosten – „und das ist eine tolle Geschichte.“

Kosten rund
800000 Euro

Rund 800 000 Euro kostete die Maßnahme. Und dazu gehörte neben dem neuen Kreisel Rosenheimer-/Flurstraße, die Mittelinsel mit den Ginkgos, neue Zebrastreifen und auch die neue Busbucht. „Diese beiden Haltestellen in beide Richtungen gibt es jetzt auch wieder“, sagte Christian Poitsch vom Stadtmarketing, der gestern Nachmittag auch dabei war.

Ins Auge fallen auch gleich die neuen Straßenlampen – „die verstärken den Boulevard-Charakter“, erklärte Andreas Breu, Bauleiter von Roplan.

Nun fließt er also wieder. Allerdings fehlt noch der zweite Kreisel. Der sollte eigentlich gleich mitgebaut werden, aber wegen Eigentumsverhältnissen konnte der Kreisel, der an der Rosenheimer-/Ludwigstraße angedacht ist, noch nicht realisiert werden, so Kloo.

Darüber hinaus soll der Bereich auch noch verkehrsberuhigt werden – Tempo 30. Wann das genau greift, stehe noch nicht fest, hieß es. Aber das große Ziel ist laut Bürgermeister, dass die Straße bis zum Bahnhof mit Tempo 30 beschildert ist. Passiert das noch in Kloos Amtszeit? „Das dauert noch“, sagt der Bürgermeister auf Anfrage. Das ist eine Aufgabe in den nächsten 20 bis 25 Jahren“, so der Rathauschef weiter.

Ist das die letzte Fertigstellung in diesem Jahr? „Ja“, sagte Bauamtsleiter Meixner. Fertigstellungen gab es heuer jede Menge: Tonwerkunterführung, Werkssiedlung an der Von-Bippen-Straße, Wohn- und Geschäftshaus, Kindergärten Hölderlinstraße und Grubholzer Straße – um nur einiges zu nennen. Und als Letztes jetzt die Rosenheimer Straße.

Jetzt flutscht der Verkehr wieder in beide Richtungen.

Umleitungen sorgten für Ärger

Die Maßnahme an der Rosenheimer Straße sorgte ab Beginn der Bauarbeiten Anfang August für massiven Ärger: Die Bürger beschwerten sich, dass sie im Stau stünden und alles verstopft wäre.

Aber die Umleitungen über die Staatsstraße in Richtung Rosenheim ließen sich laut Stadt nicht anders regeln. Das hatte die Verwaltung monatelang im Vorfeld eruiert – auch Gespräche mit der Polizei, Rettungsdiensten und der Feuerwehr geführt. Aufgrund der Beschwerden fragte der Mangfall-Bote Ende August beim Ordnungsamt nach, wie man denn derartige Umleitungen plane.

Thomas Rothmayer, Leiter des Ordnungsamtes, erklärte damals: Nach Abwägung unterschiedlichster Szenarien kamen alle Beteiligten zu dem Schluss, dass die einspurige Fahrbahn inklusive der Umleitung über die Carl-Jordan-Straße trotz Verzögerungen die beste Lösung ist.

Ziel ist laut Rothmayer, immer alle Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen. Dies sei auch der Grund, warum man die Fahrzeuge nicht einfach um das Kolbermoorer Rathaus herum und an der Friedrich-Ebert-Straße entlangführen konnte, erklärte er.

Des Weiteren hatte die Stadt im Vorfeld direkte Anwohner zu einem Infoabend eingeladen, um den Bürgern genau zu erklären, was geplant ist und was auf sie zukommt. Dazu kamen allerdings lediglich zwei Kolbermoorer (wir berichteten).

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