Kolbermoor – Das alte Schild „St.-Anna-Apotheke“ über dem großen Eingangsbereich ist längst abmontiert. Klar, hier wird seit gut einem Jahr ordentlich gewerkelt: Das historische Gebäude gleich neben dem Bahnhof wird für 1,6 Millionen Euro saniert – und man ist auf der Zielgeraden. Der Dornröschenschlaf hat also bald ein Ende: Wenn alles nach Plan läuft, soll das Gebäude im Mai bezogen werden, sagt Stadtbaumeister Andreas Meixner auf Anfrage des Mangfall-Boten. Zum einen von den vier Mietern in der ersten und zweiten Etage, zum anderen von der Kolbermoorer Nachbarschaftshilfe, die dort im Erdgeschoss ihr Zuhause bekommen soll.
Maßnahme vor rund
einem Jahr begonnen
Begonnen hat die Sanierungsmaßnahme Ende vergangenen Jahres. Zunächst habe man mit den Abbrucharbeiten gestartet: Dazu zählte unter anderem, dass die Bäder, Fliesen inklusive Fliesenkleber und Co. entfernt worden sind. Ebenso die Wandanstriche. Aber auch Teile der Dämmung, die man früher in Teeröl getaucht hat.
Nachbarschaftshilfe
hat viele Ideen
Im Frühjahr begann man dann mit der eigentlichen Wiederherstellung des alten Gebäudes. Das ist über 100 Jahre alt (siehe Kasten). Und Bürgermeister Peter Kloo bezeichnete es bereits als „ortsprägend“. Die Stadt hat das Gebäude übrigens 2013 erworben.
Jetzt ist der „grobe Ausbau“ abgeschlossen, sagt Meixner auf Anfrage. So sei beispielsweise bereits der Estrich verlegt. Als Nächstes stehen feinere Arbeiten an: Boden-, Fliesen- und Malerarbeiten. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, kann es im Mai mit den Umzügen losgehen. Zum einen sollen im ersten und zweiten Stock jeweils zwei „kleine, kompakte“ Wohnungen bezugsfertig sein, so Meixner. Im Erdgeschoss soll der Verein „Kolbermoorer Nachbarschaftshilfe“ ein neues Zuhause finden.
Und steht der Kolbermoorer Verein, der derzeit in Räumlichkeiten an der Rosenheimer Straße untergebracht ist, schon in den Startlöchern? Noch nicht, sagt Vereins-Vorstandsmitglied Gabriele Endter und lacht: „Das ist noch zu früh.“
Aber die Freude über die neuen Räumlichkeiten ist „riesig“. „Da haben wir viel Platz, können ganz anders arbeiten.“ Rund 100 Quadratmeter hat der Verein in der einstigen St.-Anna-Apotheke im Erdgeschoss. Zum Vergleich: An der Rosenheimer Straße sind es um die 55 Quadratmeter. Daher könne dann auch alles unter einem Dach stattfinden. Bisher habe man Angebote seitens des Vereins auch ausgelagert und im Bürgerhaus abgehalten. Das sei dann Geschichte. Und hat er schon Ideen? „Ideen gibt es viele, aber wir brauchen auch das Personal dazu“, sagt Endter. Denn es sei schwer, Pflegepersonal zu bekommen. Wenn möglich, soll es eine Demenzgruppe geben, zu der Angehörige Demenzkranke einmal in der Woche bringen können.