Leserbrief zum Bericht „Funktioniert Landwirtschaft im Moor?“ über die Versuchsstation Karolinenfeld (Lokalteil):
„Mehrmals im Monat sind wir bei jeder Witterung in der Gegend rund um die Versuchsstation Karolinenfeld der Bayerischen Staatsgüter zu Fuß unterwegs und haben uns bereits öfters mit den forschenden Studenten unterhalten. Eine Forschung zur moorverträglichen Bewirtschaftungsform würde sich erübrigen, und jede Menge Steuergelder sparen, wenn das Gut in Zukunft auf eine externe ökologische Arbeitsweise umstellen würde. Weg von der grünen Wüste, hin zu blütenreichen Wiesen mit einer großen Vielfalt an Insekten. Dann kommen auch die Schwalben wieder, die auf dem Gut mittlerweile fast ausgestorben sind. Eventuell wäre eine artgerechte Haltung von Moorschnucken, einer alten Haustierrasse, mit für den Moorboden passenden Klauen auf einer Teilfläche des 170 Hektar großen Gutes möglich.
Somit wären auch die leer stehenden Gebäude wieder sinnvoll genutzt. Bei dem regenreichen Sommer 2021 haben sich in den Senken der Wiesen teils große Wasserflächen gebildet. Diese wurden innerhalb von 14 Tagen von zahlreichen Arten besiedelt, wie Libellen und Schmetterlingen. Auch verschiedene Vogelarten interessierten sich für diese Flachgewässer. Regenpfeifer und sogar ein Rotschenkel wurden gesichtet. Ein wunderbarer neuer Rastplatz. Vermutlich hätten sich auch die gefährdeten Unken eingefunden, wenn man sie nur gelassen hätte. Dieses angehende Feuchtbiotop durfte jedoch keine sechs Wochen bestehen. Es wurde umgepflügt, mit Lehm und Erde befüllt und angesät. Beim nächsten größeren Regen ist das Ganze natürlich verschwemmt worden und es blieb nur Morast. Fazit: Die Natur kann’s, der Mensch nicht!“
Margit und Georg Osterrieder
Kolbermoor