„Winterdienst hat bei uns jeder“

von Redaktion

Auch in der kalten Zeit gibt es für die Kolbermoorer Stadtgärtner viel zu tun

Kolbermoor – Beete pflegen, Blumen gießen oder Grünflächen düngen – damit sind die Kolbermoorer Stadtgärtner im Sommer beschäftigt. Was machen sie in den kalten Monaten?

„Winterdienst hat bei uns jeder, egal welche Abteilung“, sagt Chefgärtner Simon Reiter. Es spiele keine Rolle, ob die Bauhofmitarbeiter im Straßenbau oder Gebäudeunterhalt arbeiten. Also haben auch die Stadtgärtner abwechselnd eine Woche Bereitschaft. Wenn es glatt wird oder schneit, wird gestreut oder geräumt. „Diesen Winter ist das bisher nicht viel“, so Reiter. Die Temperaturen seien vergleichsweise hoch.

Gehölzpflege
als Hauptaufgabe

Die Gärtner können also ihrer üblichen Winterarbeit nachgehen. Hauptsächlich bedeutet das Gehölzpflege. Sie entfernen Totholz oder Bruchäste, schneiden Bäume und Sträucher zu, um die Verkehrssicherheit der Kolbermoorer zu gewährleisten. Das optimale „Lichtraumprofil“ – also wie tief Äste maximal hängen dürfen – ist an Straßen viereinhalb Meter und an Fuß- und Radwegen zweieinhalb Meter. Lastwagen dürfen maximal vier Meter hoch sein, den halben Meter „Puffer“ gibt es, weil Äste tiefer hängen, wenn es regnet oder schneit.

An Friedhöfen, Kindergärten, Spielplätzen oder anderen Grünanlagen der Stadt stutzen die Gärtner Sträucher, wenn sie Straßen und Gehwege behindern oder weil sie einen „Pflegeschnitt“ brauchen. Das seien die Hauptaufgaben.

Die städtischen Gärtner erledigen aber auch Kleinigkeiten. So kontrollieren sie die rund 200 Nistkästen von Vögeln und Fledermäusen. Sie werden gereinigt, damit die Tiere im Frühjahr darin wieder neue Nester bauen können. „Auch Humusarbeiten haben wir in letzter Zeit relativ viel gemacht“, sagt Reiter. An der Tonwerkunterführung haben er und seine Kollegen rund drei Tage lang Erde verteilt und die Flurschäden durch die Baustelle ausgebügelt. Damit es „sauber“ aussieht und sie im Frühjahr Rasen an den geraden Flächen und Blumenwiesen an den Hängen ansäen können.

Dem neuen Kindergarten an der Grubholzer Straße wurde Sand geliefert. „Das ist normalerweise Gebäudeunterhaltssache, aber wir haben ausgeholfen“, so der Chefgärtner. Es seien zu wenig Leute da gewesen. Auch die Fahrzeuge überprüft das Team: Gehen alle Lichter oder ist sonst etwas defekt? Die Maschinen- und Fahrzeugpflege sei aber innerhalb eines Tages getan.

Hin und wieder müssten die Stadtgärtner auch noch Laub rechen, wenn sie eine Ecke im Herbst übersehen haben oder die Blätter jetzt erst von den Bäumen fallen, wie etwa bei den Eichen. „Solche Kleinarbeiten machen vielleicht zehn Prozent aus“, weiß Reiter. Das Wichtigste sei der Winterdienst und die Gehölzpflege.

Dafür hätten die Gärtner im Frühjahr und Sommer keine Zeit, weil sie mit ihren Aufgaben ausgelastet sind. Fast die gesamte Baum- und Gehölzpflege müssten sie deshalb in der kalten Jahreszeit erledigen. „Das ist so viel, das schaffen wir in einem Winter gar nicht“, sagt der Chefgärtner. Deshalb werde zunächst das Wichtigste gemacht. Sie müssten nach Dringlichkeit priorisieren, die Sicherheitserwartung spiele eine große Rolle. Etwa wenn ein Strauch ein Verkehrsrisiko birgt oder ein Baum ein Straßenschild verdeckt. Ob es am Waldrand perfekt aussieht, sei hingegen weniger relevant.

Langweilig wird den acht Stadtgärtnern im Winter jedenfalls nicht. „Von wegen stade Zeit, das ist bei uns nicht der Fall“, versichert Reiter. Im Frühjahr werden die Aufgaben nicht weniger: Rasenmähen, Sportplätze düngen und pflegen, Verkehrsinseln von Laub und Müll reinigen und winterharte Pflanzen zuschneiden.

„Doppelter
Energieaufwand“

Teilweise pflanze das Team im Frühjahr Sträucher, Bäume oder Blumenzwiebeln. Die meisten Pflanzarbeiten hätten sie schon im Herbst erledigt, das sei die beste Pflanzzeit. Dann können sich die Pflanzen nur darauf konzentrieren zu wurzeln. Wenn die Gärtner sie im Frühjahr setzen, will die Pflanze wurzeln und austreiben gleichzeitig. „Das ist der doppelte Energieaufwand“, weiß der Chefgärtner. Ob Winter, Frühling, Sommer oder Herbst – die Arbeit geht den Stadtgärtnern nie aus. Wenn sie mal Zeit übrig haben, könnten sie die Pflanzen so schön pflegen, dass sie richtig zufrieden sind oder ein neues Projekt starten. „Aber grundsätzlich sind wir das ganze Jahr gut ausgebucht“, sagt Reiter.

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