Kolbermoor – Alle vier Jahre sind die Katholiken in den Pfarrgemeinden der Erzdiözese München und Freising aufgerufen, einen neuen Pfarrgemeinderat zu wählen. Im März steht wieder eine Neuwahl an. Vorbereitung, Werbung und Kandidatenakquise laufen nun an.
Den Pfarrgemeinderäten sind Mitsprachemöglichkeiten zugewiesen. Neben der Organisation von Veranstaltungen sind dies auch beratende und beschließende Entscheidungen, die das Pfarreileben, Gottesdienste oder das gesellschaftliche Engagement der Kirchengemeinden betreffen.
Zusammenschluss
zur Stadtkirche
Als Besonderheit in der Stadtkirche Kolbermoor haben sich die rechtlich selbstständigen Pfarrgemeinderäte der beiden Pfarreien Wiederkunft Christi und Heilige Dreifaltigkeit schon mit Gründung des Pfarrverbandes 2014 zum Stadtkirchenrat zusammengeschlossen und sind seither nicht mehr zu getrennten Sitzungen zusammengetreten – wenngleich sie aus rechtlichen Gründen immer noch einzeln gewählt werden mussten.
Diesmal ist das anders: „Erstmals gibt es die Möglichkeit, für Pfarrverbände wie unsere Stadtkirche eine gemeinsame Wahl abzuhalten“, so Leonhard Sedlbauer, Vorsitzender des Stadtkirchenrats. Dies biete Vorteile, etwa die Einrichtung einer gemeinsamen, stadtweiten Kandidatenliste und die Organisation eines zentralen Wahlablaufes.
Auch dieser hat sich gegenüber den Vorjahren wesentlich geändert, denn zum ersten Mal haben die Stimmberechtigten die Möglichkeit der Online-Wahl. „Alle Wahlberechtigten erhalten automatisch einen persönlichen Zugangscode per Post und können ihre Stimme bequem am Computer abgeben“, so Mauder. Für diejenigen, die das nicht wollen, bleibe aber die Möglichkeit einer Urnenwahl am 19. und 20. März nach den Gottesdiensten oder einer zu beantragenden Briefwahl.
Mauder und Sedlbauer, die auch Vorsitzende des Wahlausschusses sind, hoffen durch das neue Verfahren auf eine Steigerung der Wahlbeteiligung. Grundsätzlich ist jeder Katholik ab 14 Jahren wahlberechtigt – unabhängig davon, ob Kirchgänger oder nicht. Damit können fast 7000 Gemeindemitglieder über die Besetzung der acht Sitze im Stadtkirchenrat mitentscheiden.
Zur Kandidatenfindung sind nun alle Interessierten aufgerufen, Vorschläge zu tätigen oder sich selbst zu bewerben. Bis Ende Januar stehen hierfür anonyme Vorschlagsboxen in den Kirchen und Pfarrbüros zur Verfügung, kandidieren kann man ab 16 Jahren.
Stadtpfarrer Maurus Scheurenbrand, der dem neuen Stadtkirchenrat kraft Amtes angehören wird, hofft auf eine gut gefüllte Kandidatenliste: „Wenn unsere Gemeindemitglieder unter Frauen und Männern aus unterschiedlichen Berufen und Altersgruppen wählen können, steigert das sicher die Motivation, sich an der Wahl zu beteiligen.“
Für alle Rückfragen sowie die Beantragung der Briefwahlunterlagen steht der Wahlausschuss, zu erreichen über die Pfarrbüros, jederzeit zur Verfügung. sel