Kolbermoor – Krimis, Romane, Sach- und Kinderbücher sowie DVDs – in der Kolbermoorer Stadtbibliothek gibt es 32800 Medien, 3500 sind vergangenes Jahr hinzugekommen. Wie viele wurden 2021 ausgeliehen und welche waren die beliebtesten Bücher?
Trotz der wochenlangen Schließung im vergangenen Jahr haben Bürger 78762 Medien ausgeliehen, davon waren 15643 E-Medien. Sie wurden über „BiblioLoad“ heruntergeladen, einem Verbund oberbayerischer Bibliotheken. Mit einer gültigen Lesekarte können die Kolbermoorer dort E-Books finden und lesen, anstatt ein Buch vor Ort auszuleihen.
Onlinenutzungen
haben zugenommen
Das Onlineangebot wird laut Bibliotheksleiterin Holzhauser jedes Jahr beliebter, weil die Menschen bequem von Zuhause aus stöbern können. „Gerade in Corona-Zeiten hat das zugenommen“, sagt die Bibliotheksleiterin. Weil die Einrichtung aufgrund der Pandemie 19 Wochen geschlossen bleiben musste, sei das ein gutes Angebot für Familien und Leseratten gewesen. Dennoch seien die Ausleihen insgesamt wesentlich geringer als sonst. Im Jahr 2020 waren es noch 146000 Medien, also fast doppelt so viele wie 2021.
Deshalb hofft die Bibliotheksleiterin, dass heuer wieder mehr Menschen vorbeikommen, um Bücher auszuleihen und es wieder ein paar Spitzenreiter gibt. Davon gab es im vergangenen Jahr einige. Das beliebteste Bilderbuch war „Jim hat keinen Bock“ von Suzanne und Max Lang. Es handelt von dem Affen Jim, der keine Lust auf eine Party hat und gegen den Strom schwimmt. Die Kinder sollen dadurch lernen, dass sie zu ihren Gefühlen stehen können.
Bei den Grundschülern war die Reihe „Die Drei Fragezeichen Kids“ beliebt. Drei junge Detektive erleben dabei allerhand Abenteuer. Ältere Kindern mochten die Reihe „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney besonders, in der die Hauptfigur ihren Ärger rauslässt. „Die beliebteste DVD war Paw Patrol – Mighty Pups“, sagt Holzhauser und lacht. In dem Zeichentrickfilm für Kinder bekommt eine Gruppe von Hunden Superkräfte und hindert einen Bösewicht daran, ihre Heimatstadt zu übernehmen.
In der Hitliste der Sachbücher führten „Ein verheißenes Land“, der Rückblick von Barack Obama auf seine Präsidentschaft, und „Energy – Der gesunde Weg aus dem Müdigkeitslabyrinth“ von Anne Fleck. Bei den Krimis war „Die siebte Zeugin“ von Florian Schwiecker und Michael Tsokos beliebt, bei den Romanen „Im Schatten des Turms“ von René Anour.
„Der ausleihstärkste Monat war wie immer der August“, sagt Holzhauser. Das liege an den Schulferien und dass viele Leute dann mehr Zeit hätten. 1841 aktive Leser gab es vergangenes Jahr, 173 seien neu hinzugekommen. „Das sind wenige Anmeldungen, teilweise hatten wir sogar 400“, so Holzhauser. Sie vermutet, dass die Zahl wegen der Zugangsbeschränkungen und der Zwangspause niedriger ist.
Als die Bibliothek schließen musste, wurde Click&Collect angeboten. Die Bürger konnten Bücher online bestellen und vor Ort abholen. Der Service sei gut angenommen worden, dennoch sei es nur ein Bruchteil der normalen Ausleihen gewesen.
„Alles in allem war es einfach anstrengend, dauernd haben sich die Regeln geändert“, sagt Holzhauser. Zeitweise konnten von einer Familie nur zwei Mitglieder in die Räume, da unter den Hygienevorschriften insgesamt nur 15 Personen Platz hatten. Das habe einen Diskussionsbedarf bei den Besuchern ausgelöst, weil viele natürlich gern mit der ganzen Familie gekommen wären. Aktuell gilt wieder die 2G-Regel und FFP2-Maskenpflicht.
Für das neue Jahr wünscht sich Holzhauser, dass „a bissl Normalität“ einkehrt und die Regeln länger als 14 Tage gelten. Mit Planungen für dieses Jahr halte sich das Team jedoch noch zurück, weil sie im Vorjahr so viele Aktionen absagen mussten. Den Kinder-Leseclub mit Tombola in den Sommerferien und den Bücherflohmarkt wird es jedoch wieder geben. Die Veranstaltungen seien immer sehr beliebt bei Bücherfans.
In andere
Welten abtauchen
„Das Schöne am Lesen ist, in andere Welten abzutauchen und den Alltag zu verabschieden“, sagt Holzhauser. Sie selbst wird bald mehr Zeit dafür haben. Nur noch bis März ist sie die Leiterin der Bibliothek, Andrea Sondhauß wird ihre Nachfolgerin.
Nach zehn Jahren gehe sie mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“. Holzhauser hat die Bibliothek mit aufgebaut, war beim Umzug dabei. Der Abschied wird also nicht einfach. Die 58-Jährige freut sich dennoch auf die neue Freiheit und die Zeit mit ihrer Familie.