Kolbermoor – Die Blutbuche am Karl-Daniels-Platz muss gefällt werden. Der etwa 18 Meter große Riese ist krank. Seit Jahren wird der rund 60 Jahre alte Baum seitens der Stadt beobachtet. 2018 wurde sogar ein Baumgutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: „Die Blutbuche weist zwei holzzersetzende Pilzarten auf“, sagt Jürgen Halder vom Bauamt der Stadt, der nahezu jeden Baum in Kolbermoor kennt. Zum einen handelt es sich um den Zunderschwamm, zum anderen um den Becherling. Beide machen der Blutbuche zu schaffen. Deshalb muss sie nun gefällt werden.
Gutachter
hinzugezogen
Das mit dem Baum etwas nicht stimmt, ist laut Halder bei den Baumkontrollen aufgefallen. Zweimal im Jahr finden sie statt: einmal, wenn die Bäume kahl sind und einmal, wenn sie Laub tragen. Dabei bemerkte man, dass die Blutbuche immer weniger Blätter trägt. „Man kann einen Hut durch die Äste werfen, ohne dass er aufgehalten wird“, so Halder.
Zwei Experten sind derselben Meinung
Dann habe die Stadt einen Experten zurate gezogen. Bei einer erneuten Begutachtung hieß es seitens des Experten, dass es Zeit werde, den Baum zu fällen. Daraufhin habe man Roman Pröll, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Rosenheim, befragt. Er kam zum gleichen Ergebnis: Der Baum muss weg.
Was würde passieren, wenn man den Baum stehen ließe? Wie sich der Baum genau verhält, wisse man nicht, erklärt Halder. Nur so viel: Es kann sein, dass bei Sturm starke Äste abbrechen und zu Boden fallen. „Der Karl-Daniels-Platz ist ein Verkehrsknotenpunkt. Die Sicherheit muss gewährleistet sein. Das ist das oberste Gebot.“
Im Februar soll die Blutbuche nun gefällt werden. Wann genau die Mitarbeiter des Bauhofs anrücken, steht noch nicht fest. Der Termin muss aber im Februar sein, weil ab März keine Bäume mehr gefällt werden dürfen. Grund dafür sind die Vögel, die dann ihre Nester bauen.
Müssen weitere Bäume wegen Krankheiten in Kolbermoor gefällt werden? Derzeit nicht – „die Blutbuche ist die markanteste“, erklärt Halder. Anstelle der Blutbuche soll ein neuer Baum gepflanzt werden. Wieder eine Blutbuche? Nein. Denn die seien empfindlich, so Halder. Er erklärt: Die Bäume gehen mit Bodenpilzen, die in der obersten Erdschicht leben, eine Symbiose ein. Seien aber beispielsweise viele Kinder auf dem Rasen unterwegs, sei diese Symbiose gestört. Deshalb wolle man nun eine andere Art pflanzen. Welche es sein wird, weiß Halder noch nicht: „Ich lasse mir etwas einfallen.“
Der neue Baum kommt in gute Gesellschaft, denn auf dem Platz, der von der Baumwollspinnerei unter Direktor Karl Daniel 1963 angelegt wurde, stehen Arten wie Schirmplatane, Judasbaum, Taschentuchbaum, Zuckerahorn und Mehlbeere.