Kolbermoor – Wer wird es machen? Bei der Jahreshauptversammlung des Kolbermoorer Obst- und Gartenbauvereins stehen im März Neuwahlen auf der Tagesordnung. Um ein Fortbestehen des 117 Jahre alten Vereins zu garantieren, benötigt es Nachfolger für gleich mehrere Vorstandsposten. Noch gibt es keine Kandidaten für die Posten des Vorsitzenden, dessen Stellvertreters sowie des Schriftführers.
Jüngere sollen
übernehmen
„Eine neue Kassierin ist bereits gefunden“, sagt der derzeitige Vorsitzende Kurt Möser. Er ist seit acht Jahren im Vorstand, seit sechs Jahren der Vorsitzende. „Jetzt muss es einen Generationenwechsel geben“, sagt Möser, der heuer seinen 72. Geburtstag feiert. Und wenn sich keiner findet? Dann stehe der Verein vor dem Aus.
Der Obst- und Gartenbauverein Kolbermoor wurde 1905 vom damaligen Bürgermeister Edmund Bergmann gegründet. Damals hatte der Verein 33 Mitglieder. Heute, 117 Jahre später, sind es 990 Mitglieder. Somit zählen die Kolbermoorer zu den größten Gartenbauvereinen in Südbayern. Die Mitglieder kommen nicht nur aus der Mangfallstadt, sondern aus der ganzen Region.
Und nun? Warum will Kurt Möser aufhören? „Es müssen Jüngere machen“, meint er. Er werde älter, sagt er, und wer weiß, wie lange er das gesundheitlich alles noch machen könne. Auch deshalb will er sein Amt niederlegen. Denn als Vorsitzender gebe es viel zu tun. Ja, daraus macht er kein Geheimnis – „es ist viel Arbeit“, erklärt er. Alleine die Organisation des Jahresprogramms, das zu Beginn des Jahres herauskommt, sei aufwendig: In dem 60 Seiten starken Heft – 2021 waren es 68 Seiten – sind Fahrten, Vorträge und Kurse verzeichnet. Das zu erstellen dauere Wochen, erklärt Möser. Und obwohl es insgesamt vier Mitglieder des Vereins Korrektur lesen, schleichen sich dennoch Fehler ein, so der Vorsitzende.
Raumnot und
Personalsorgen
Ein weiteres Problem sei die Raumnot: Viele Veranstaltungen des Vereins fanden bisher im Mareissaal statt – „und im März können wir dort auch noch die Jahreshauptversammlung abhalten. Aber dann wird die Sanierung irgendwann anstehen“, so Möser. Wo man dann die Veranstaltungen stattfinden lassen könne, stehe noch nicht fest. Raum im Bahnhof? Zu klein. Bürgerhaus? „Zu klein, außerdem benötigen wir eine Bewirtung“, erklärt er.
Aber vor dem Problem mit der Raumnot, stehen alle vier Jahre die stattfindenden Neuwahlen der Vorstandschaft an und Möser hofft inständig, dass sich Mitglieder finden, die die Vorstandsposten übernehmen.