Leserbrief zu den Beiträgen über die Auszeichnung Kolbermoors als fahrradfreundliche Kommune im Lokalteil:
„Als ich den Artikel ,Ministerium zeichnet Kolbermoor aus‘ gelesen habe, musste ich ja schon schmunzeln. Als ehemalige Pressesprecherin der Grünen Liste (GL) dachte ich mir, das Thema kenne ich doch seit Jahren.
Bereits 2002 stand im Wahlprogramm der GL: ,Für mehr Verkehrssicherheit und zur Schulweg-Sicherung sind ein durchgehendes Radwegenetz sowie Spielstraßen in Wohngebieten notwendig.‘ Auch sechs Jahre später war das Fazit einer damals durchgeführten Radltour durch Kolbermoor, dass es noch ein weiter Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt sei.
Die GL ließ aber nicht locker. Im Wahlprogramm 2014 stand: ,Keine zusätzlichen Straßen, sondern die vorhandenen instandsetzen und den Bedürfnissen von Fußgängern und Radfahrern anpassen – zum Beispiel in der Friedrich-Ebert-Straße durchgängig als Einbahnstraße mit breitem Fußgänger- und Radstreifen. Mehr Zebrastreifen und längere Ampelschaltungen für gefahrloses Queren der Straßen. Ein durchgehendes barrierefreies Radwegenetz.“ Jetzt schreiben wir das Jahr 2022.
Es sind also bereits 20 Jahre ins Land gegangen, in denen die Grünen immer wieder den Finger in die Wunde gelegt haben. Auch wenn Kolbermoor nun von der CSU-Ministerin Schreyer für das Radverkehrskonzept ausgezeichnet wurde, hoffe ich doch, dass nicht noch einmal 20 Jahre ins Land ziehen müssen, bis Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer gleichberechtigte Partner im Verkehr werden. Ich bin häufig mit meinem Radl in der Innenstadt an der Rosenheimer Straße oder im Spinnereigelände beim Einkaufen. Beides höchst gefährlich. Einige kritische Stellen wurden zwar im Laufe der Jahre entschärft oder aber verschlimmbessert wie in der Unteren Mangfallstraße, aber eines ist sicher: Sicheres Radfahren geht anders.“
Katharina Kristen
Kolbermoor