Kolbermoor – Der Neue Friedhof am Rothbachl wird umgestaltet. Er soll ein Ort der Erholung werden – auch für die Lebenden. „In vielen großen Städten sind Friedhöfe ein Ort der Erholung. Bürger spazieren dort, um einfach Ruhe zu finden“, sagt Christian Poitsch vom Kolbermoorer Stadtmarketing auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Und so soll es auch in Kolbermoor auf dem Neuen Friedhof am Rothbachl werden. Und wie wird das umgesetzt?
Rosengarten
und neue Bäume
Ein Rosengarten wird beispielsweise geschaffen, obendrein sollen Bänke aufgestellt werden, um die Ruhe zu genießen. Die Maßnahmen starten am Montag, 7. März. Neu angelegt werden soll eine Art Rosengarten rechts neben der Aussegnungshalle. Auf der linken Seite des Gebäudes sollen weitere Bäume gepflanzt werden. Auf beiden Arealen sollen dann Urnenbestattungen möglich sein.
Damit reagiert die Stadt Kolbermoor auf die sich ändernde Bestattungsform, da immer mehr Urnengräber nachgefragt werden, sagt Ulrike Scheugenpflug. Die Leiterin des Standesamtes, in deren Aufgabenbereich auch die beiden Friedhöfe fallen, erklärt: 2010 gab es auf beiden Friedhöfen 64 Urnen- und 47 Erdbestattungen. Zehn Jahre später, 2021, lauten die Zahlen wie folgt: 120 Urnen- und 39 Erdbestattungen. Die Nachfrage nach Urnenbestattungen habe ich nahezu verdoppelt. „Ja, es wird immer mehr.“
Darauf reagiert nun die Stadt und baut quasi die Bereiche für Urnengrabstellen aus. Der Nebeneffekt: Der Parkcharakter des Friedhofs, der seit 1996 besteht, wird gestärkt. So ändert sich auch die Besucherstruktur: „Auch Junge gehen dann dort spazieren, um Ruhe zu finden“, ist Poitsch überzeugt.
Zum einen sollen Baumbestattungen möglich sein: „Hier sollen die Urnen kreisförmig um die Bäume angelegt werden“, erklärt Jürgen Halder vom Bauamt der Stadt. Erreichen kann man die Bäume über „grüne Schotterwege“, die im Rahmen der Maßnahme jetzt angelegt werden sollen. Wissen denn die Hinterbliebenen genau, wo ihr Angehöriger dann bestattet ist? Nur in etwa, erklärt Halder, es soll eine Holzstele geben, auf der die Namen der Verstorbenen auf Metallschildern angebracht werden sollen.
Anders ist es beim großen Grabfeld auf der anderen Seite der Halle: Dort sollen Sträucher und Rosen gepflanzt werden. Und dort sollen ganz nah an der Urne die Namen der Verstorbenen zu lesen sein. Im Randbereich sollen die Urnen beigesetzt werden, erklärt Halder. Und damit die Besucher nicht versehentlich auf die Grabfelder treten, soll es kleine Metallabgrenzungen geben. Sie sollen etwa 40 bis 50 Zentimeter hoch sein und mit schmiedeeisernen Rosen verziert werden. Auf diesen Abgrenzungen sollen Platten angebracht werden, auf denen der Name des Verstorbenen eingraviert ist.
Schmiedemodelle angefordert
Gibt es bereits Bilder der einzelnen Schmiedeabgrenzungen? „Wir haben Schmiedemodelle angefordert“, sagt Halder. Derzeit sichtet die Verwaltung mit einem Friedhofskompetenzzentrum die Modelle. Gemeinsam soll dann abgestimmt werden. Und wie ist es, wenn die Maßnahme stattfindet? Stört sie nicht die Bürger, die hier ihre verstorbenen Angehörigen besuchen? „Die ausführenden Firmen sind dazu angehalten, beispielsweise bei Beerdigungen keine lärmenden Arbeiten zu machen“, erklärt Halder. Die Maßnahme soll im Sommer abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf etwa 100000 Euro.