So soll die große Maßnahme ablaufen

von Redaktion

Sanierung des Mareissaals steht an – Schließung nur im Hochsommer

Kolbermoor – Es ist der einzige, große Saal in Kolbermoor: Über 100 Veranstaltungen fanden vor Corona jährlich im Mareissaal statt. Konzerte, Kabarettabende, Faschingsveranstaltungen, Hochzeiten, Versammlungen und Vorträge von Vereinen. Damit könnte bald Schluss sein. Denn das komplette Gebäude samt Saal, in dessen Besitz die Stadt seit den 80er-Jahren ist, muss saniert werden. Aber wie lange können beispielsweise die Vereine den Saal noch nutzen? „Der Saal soll bis Ende der Wintersaison 2023 zur Verfügung stehen“, teilt Christian Poitsch auf Anfrage mit.

Bewirtung soll
es weiter geben

Danach ist also vorerst Schluss? „Die Stadt plant, dass der Saal im Hochsommer – Mitte Juni bis September saniert werden soll.“ Somit hätten die Vereine weiterhin die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu mieten.

Aber wie schaut es dann mit der Bewirtung aus? Da das Milano im Frühjahr vom Mareis ins neue Wohn- und Geschäftshaus der Stadt einzieht? „Die Bewirtung soll von der Familie Coglitore in Absprache weitergeführt werden“, sagt Poitsch.

Keine Option für
große Veranstaltungen

Aber wo sollen die Vereine, Hochzeitspaare und Co. unterkommen, wenn der Mareissaal saniert wird? Das hänge laut Poitsch ganz von der Größe der Veranstaltung ab. Bis zu 90 Personen – vor Corona – hätten im Sitzungssaal des Rathauses Platz. Obendrein gäbe es den Raum im Bahnhof. Aber beide Räumlichkeiten seien eben begrenzt. Und wo können größere Veranstaltungen stattfinden? „Dafür haben wir keine Option“, so Poitsch. Er erklärt aber auch, dass man natürlich am Wochenende die Aula der Pauline-Thoma-Schule nutzen könne. „Kabarettabende gingen dort beispielsweise“. Allerdings dürfe dadurch der Schulbetrieb in keiner Weise gestört werden, sagt er. Die Schulaula nutzen ja auch die Kolbermoorer Maler in den Ferien um Allerheiligen.

Aber wann die Sanierung beginnt und wie lange sie dauert, könne man derzeit noch nicht sagen. Fest steht, dass man eher von einem Jahr ausgehen kann als von Monaten, so Poitsch. Man könne auch hinsichtlich des Handwerkermangels nichts genaues sagen.

Die Maßnahme beinhaltet Brandschutz, Elektrik und auch eine neue Leinwand samt Beamer. Obendrein soll der Mareissaal barrierefreier werden, so Christian Poitsch. Aber: „Ganz barrierefrei wird nicht gehen“, erklärt er. Denn über den seitlichen Eingang müssen zunächst drei Stufen und dann weitere fünf Stufen überwunden werden. Derzeit können Rollstuhlfahrer einen Treppenlift nutzen. Den gibt es auch, wenn man zur Toilette möchte – dort nimmt man dann einen Treppenlift in den Keller.

Aber man müsse jetzt schauen, was die Analysen ergeben. Die Analyse beginne als Erstes – heuer im Frühjahr. Daran schließt sich die Planung – was muss gemacht werden, was nicht. Dann werde die Kostenschätzung erstellt und dann muss der Stadtrat entscheiden, erklärt Poitsch weiter.

Auch zu den Kosten könne er bisher nichts Genaues sagen – das hänge ja davon ab, was gemacht werden soll oder kann. Poitsch schätzt die Kosten auf einen sechsstelligen Betrag. Zwischen 100000 und 999999 Euro? Ja, aber wie gesagt, mehr könne man noch nicht sagen.

Schließung im Winter wäre „Katastrophe“

Für den Faschingsverein Mangfalltal wäre eine Schließung mitten in der Wintersaison eine „totale Katastrophe“, sagt Vereinsvorsitzender Manuel Eckert. Der Verein ist nach zwei Jahren Pause optimistisch, dass die nächste Saison starten kann. Würde der Mareissaal eher, beispielsweise im Januar oder Februar, geschlossen, habe man kein Ausweichquartier. Drei große Veranstaltungen hatten die Narren in der Saison im Mareissaal: Faschingsauftakt im November, Krönungsball im Januar und Elfersymposium im Februar. Wenn Corona es zulässt, könnten alle drei Veranstaltungen im Mareissaal stattfinden.

Heidi Hell, Sprecherin des Obst- und Gartenbauvereins Kolbermoor, sagt: „Wir müssen halt schauen, wo wir dann unsere Veranstaltungen machen können.“ Bis zu sechs habe es vor Corona meist im Jahr im Mareissaal gegeben. Wichtig ist ihr: „Wir brauchen einen Raum, der auch 60 Personen fasst.“ Man könne in den Sitzungssaal im Rathaus ausweichen, aber der sei nicht immer frei.

Erich Heimbuchner, Vorsitzender des Rauchclubs Kolbermoor, sagt, dass sein Verein ein- bis zweimal im Jahr den Mareissaal buche. Wenn er geschlossen wird, „brauchen wir auf jeden Fall eine Alternative“. Er weist auf den Seniorennachmittag und die Jahresversammlung hin. Klar, es gebe den Brückenwirt, aber „dort passen auch keine 60 Personen in einen Raum und wir können eine Jahresversammlung ja nicht aufteilen auf zwei Treffen“, sagt er.

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