Kolbermoor – Was die Bemühungen um den Klimaschutz anbelangt, muss sich Kolbermoor nicht verstecken. Das wurde auf der jüngsten Stadtratssitzung deutlich, als Klimaschutzmanager Martin Roith zusammen mit Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler einen Überblick über das bislang Erreichte gab: Die Fotovoltaikflächen auf den öffentlichen Gebäuden der Stadt wachsen, die Zahl der Ladestationen für die E-Mobilität tut es ebenfalls und viele Liegenschaften sind oder werden in nächster Zeit an das Fernwärmenetz angeschlossen.
Private Haushalte mitnehmen
Dennoch bleibt, auch das machte Martin Roith deutlich, noch viel zu tun, denn die Ziele, die die Stadt im Jahr 2015 mit der Verabschiedung ihres Klimaschutzkonzeptes festgelegt hat, sind hochgesteckt: Bis zum Jahr 2035 möchte man die CO2-Emissionen gegenüber dem Stand von 2013 um 45 Prozent gesenkt haben. Es gehe jetzt, so erläuterte der Klimaschutzmanager, vor allem darum, auch die privaten Haushalte mitzunehmen.
Sebastian Daxeder (CSU) fragte in diesem Zusammenhang, ob die Stadt hier nicht Möglichkeiten habe, ihren Bürgern bei den notwendigen Investitionen, zum Beispiel bei einer Heizungserneuerung, finanziell unter die Arme zu greifen. Bürgermeister Peter Kloo entgegnete, dass eine direkte finanzielle Unterstützung die Möglichkeiten der Stadt bei Weitem übersteige und überdies auch Aufgabe des Bundes sei. Was die Stadt aber machen könne, sei zum Beispiel für Wohngebiete wie die alte und neue Siedlung gemeinsam mit den Bürgern praktikable Strategien zu entwickeln für die Umsetzung der Heizungserneuerungen und Gebäudesanierung. Diese Siedlungsgebiete, so der Bürgermeister, seien in ihrer Struktur stark durchmischt, Neubauten fänden sich neben Altbauten, einige Häuser seien bereits auf moderne Heizungen umgestellt, andere nicht. Großflächige Lösungen, wie etwa eine komplette Anbindung ans bestehende Fernwärmenetz, seien hier nicht praktikabel, es müsse um kleinteiligere Lösungen gehen, etwa kleine Nachbarschaftsblockheizkraftwerke mit einem Nahwärmenetz. Deshalb, so der Bürgermeister, setze die Stadt hier auf ein sogenanntes Quartierskonzept.
Bürger sollen
befragt werden
Der erste Schritt, so erläuterte dazu Martin Roith, sei, dass man bei den Bürgern ab dem Frühjahr erfragen werde, wie der aktuelle Stand der Heizungsanlagen tatsächlich sei, ob und wann an eine Modernisierung gedacht werde und wie hoch das Interesse an einer nachbarschaftlichen Wärmeversorgung ist. Basierend darauf könne man ab Herbst auf die Bedarfslage zugeschnittene Lösungskonzepte entwickeln.
Nicht nur hier, sondern auch ganz grundsätzlich beim Klimaschutz möchte man alle Bürger intensiv mit beteiligen. Ein Beitrag dazu ist auch das Energiespar-Festival, das am 24. September auf dem Rathausplatz stattfinden wird. Begleitet von einem bunten Rahmenprogramm wird man sich hier unter anderem über alles informieren können, was im eigenen Haushalt das Sparen von Energie und damit auch Kosten möglich macht. Das gleiche Ziel haben auch Kooperationsveranstaltungen mit der Volkshochschule und nicht zuletzt die Tatsache, dass die Stadt eng mit der Verbraucherzentrale zusammenarbeitet. Martin Roith vermittelt hier kostenlose Beratungsgespräche rund um die Themen Sanierung, Energiesparen und Heizungserneuerung. Ein ganz wesentlicher Anteil am Klimaschutz ist auch die Frage nach einer zeitgemäßen Mobilität. Bürgermeister Peter Kloo brachte aber noch einen weiteren wichtigen Aspekt ein, als er sagte: „Es wird nicht möglich sein, dass 19000 Einwohner auf 19 Quadratkilometern Fläche bei ihrer Bewegung von A nach B ausschließlich einen zehn Quadratmeter großen Blechkasten benützen. Das fördert weder das Vorankommen noch die Lebensqualität.“
Ein zentrales Bemühen von Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler ist es deshalb, die Situation der Fahrradfahrer so zu verbessern, dass das Fahrrad zu einer wirklich tauglichen Nahverkehrsalternative wird. Dabei setzt die Stadt nicht nur auf große Projekte, wie zum Beispiel die Umwidmung der Friedrich-Ebert-Straße und der Wiesenstraße zu Fahrradstraßen, die der Stadtrat kürzlich beschloss.
Situation der Radfahrer verbessern
Wichtig sind auch die kleinen Maßnahmen, etwa taugliche Fahrradstellplätze, nicht nur an den größeren Wohnanlagen, sondern auch am Zielort und natürlich die stetige Verbesserung der vorhandenen Fahrradrouten.
Auch dafür, so sagte Veronika Winkler, sei ein unmittelbarer Kontakt mit den Bürgern wichtig, weshalb sie für alle Fragen und Anregungen zur Verfügung stehe. Im Sande, so betonte sie, verlaufe dabei nichts, es könne manchmal nur etwas dauern, bis der Bauhof neben seinen zahlreichen anderen Aufgaben die für die Umsetzung nötige Zeit freimachen könne.