Kolbermoor – Den geflüchteten ukrainischen Kindern und Müttern helfen, ihnen beistehen und ihnen ein Gefühl von Geborgenheit geben: Das will Angelika Fabian. Die Vorsitzende des Vereins „Deutscher Familienverband Mangfall-Inn“, der in Kolbermoor das Zwergerlhaus an der Carl-Jordan-Straße betreut, hat jetzt ein Hilfs-Projekt auf die Beine gestellt: „Ukrainische Kinder bis zum Vorschulalter sind einmal in der Woche zum Spielen eingeladen, um ihre traumatischen Erlebnisse des Krieges zu verarbeiten“, sagt Fabian auf Anfrage des Mangfall-Boten.
Angebot einmal wöchentlich
Fabian hat alles mit Andrea Markl besprochen. Markl ist die Vize-Vorsitzende des Vereins und die Leitende Erzieherin im Zwergerlhaus, in dem auch Kinder am Vormittag betreut werden. Da am Nachmittag die Räumlichkeiten teilweise leerstehen, kam ihnen die Idee, ukrainische Kinder einmal in der Woche zu betreuen.
Und wie steht es mit der Verständigung? „Beim Spielen ist die gar nicht so nötig“, ist Fabian überzeugt. Die Mütter können natürlich auch dabei bleiben, so Fabian. Und viele von ihnen können Englisch ist sie überzeugt. „Das schaffen wir schon.“
Zunächst hatte sie überlegt, einen Teil der Räumlichkeiten für geflüchtete Familien zur Verfügung zu stellen. Das ging aber laut Stadtverwaltung, der das Gebäude gehört, nicht, erklärt Fabian. Dort habe man sie aber auf die Spiel-Idee gebracht.
Fabian informierte die Zwergerlhaus-Erzieher, die gleich mit dem Vorschlag einverstanden waren. Gemeinsam erarbeiten sie die Planung. „Wir haben ja alles hier, Spielzeug, Musikinstrumente – hier können sich die Kinder schön beschäftigen.“ Denn, so Fabian, auch wenn sie in Kolbermoor eine Bleibe gefunden haben, heiße das ja nicht, dass sie mit allem ausgestattet sind. Obendrein können sie sich hier treffen und alle gemeinsam Ruhe finden. Dabei sind auch zwei Erzieherinnen, die das ehrenamtlich machen, sagt sie. „Wir müssen alle helfen, alle mit anpacken“, ist sie überzeugt.
Wie werden die Mütter über das Angebot im Zwergerlhaus informiert? Das hat die Stadt bereits übernommen, wie Christian Poitsch vom Stadtmarketing mitteilt. Es gibt einen speziellen E-Mail-Verteiler, der die Information über die Betreuung im Zergerlhaus unter anderem an das Bürgerhaus und an die Stadtkirchen weitergeleitet hat. „Von dort aus können die ukrainischen Flüchtlinge darüber informiert werden“, so Poitsch.