Kolbermoor – Sie gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagte Dagmar Badura bei ihrer offiziellen Verabschiedung im Rahmen der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Nach 42 Jahren Berufstätigkeit freue sie sich zwar darauf, jetzt etwas kürzertreten zu können, ihre Arbeit in Kolbermoor werde sie aber dennoch vermissen: 18 Jahre lang war sie Quartiersmanagerin und Leiterin des Bürgerhauses Mangfalltreff.
Mit der Erläuterung dessen, was Dagmar Badura in dieser Zeit alles geleistet, in die Wege geleitet und auf die Füße gestellt hat, ließe sich problemlos die ganze Stadtratssitzung bestreiten, so meinte Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer, der die Sitzung leitete. Er nannte deshalb vor allem zwei beispielhafte Projekte: die Tafel und die Jugendarbeit. Die Tafel sei aus Kolbermoor nicht mehr wegzudenken, sie versorge heute rund 200 Leute, darunter 60 Kinder.
Sie bleibe deshalb auch über Dagmar Baduras Amtszeit ein wichtiges soziales Element in der Stadt, wie auch die Mosaikbänke in der Stadt und sogar die geschmiedeten Abfallkörbe eine Art dauerhafte Erinnerung seien: entstanden aus einem Projekt, arbeitslosen Jugendlichen handwerkliches Arbeiten nahezubringen.
Hinter beiden Beispielen stehe aber ein und derselbe Leitgedanke, der Dagmar Baduras Arbeit im Quartier und im Bürgerhaus ganz grundsätzlich geprägt habe: der der Integration. Kein Kolbermoorer soll am Rande stehen und nicht am gemeinschaftlichen Leben teilhaben können – kein Asylbewerber, kein arbeitsloser Jugendlicher und schon gar nicht ältere Menschen.
Die Stadträte bedankten sich bei Dagmar Badura mit großem Beifall, und auch Altbürgermeister Ludwig Reimeier, der das Quartiersprojekt aus der Taufe gehoben hatte, war ihr zu Ehren gekommen. Stadtrat Leonhard Sedlbauer sprach wohl für das gesamte Gremium, als er sagte, man werde ihre Art – zupackend, geradeheraus und einfühlsam zugleich – sehr vermissen.
Dagmar Badura wiederum meinte, sie habe sich in den 18 Jahren vom Stadtrat immer unterstützt gefühlt. Es habe bei allen Projekten und Ideen nie geheißen „Muss das sein?“. Der Tenor sei immer gewesen „mach’s, probier’s“. Eine Haltung, mit der, davon sei sie überzeugt, auch ihre Nachfolgerin Melanie Klettl rechnen könne. Johannes Thomae