Kammerorchester Kolbermoor gibt Benefizkonzert

von Redaktion

Auftritt nach zwei Jahren Pause verbindet Spielfreude mit Weltschmerz – 3400 Euro für Ukrainehilfe

Kolbermoor – Das Kammerorchester Kolbermoor gab ein Benefizkonzert, um mit den Einnahmen die Ukrainehilfe zu unterstützen. Mit einem frischen, vorwiegend barocken und frühklassischen Programm, spielte das Kammerorchester seine Stärken als kleines, aber durchsichtig spielendes Ensemble aus.

Effektvolle dynamische Kontraste und frische Tempi verhalfen insbesondere den beiden Sinfonien von Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Stamitz zu schwungvollen Interpretationen in bester Manier der Alten Musik. Auch bei Händel machte die abwechslungsreiche Gestaltung das Konzert zu einem Hörgenuss. Das Orchester gestaltete es mit hörbarer und sichtbarer Spielfreude. Das Orchester-Tutti trat in einen lebhaften Wettstreit mit den beiden Concertino-Solisten Lena Schuster und Marinus Kreidt sowie Antonia Neussl am Violoncello, die ihre Parts dynamisch-zupackend gestalteten.

Höhepunkt des kurzweiligen Programms war das Konzert für Viola und Orchester, das Johann Christian Bach zugeschrieben wurde, mit dem in Wirklichkeit jedoch der französische Komponist Henri Casadesus Anfang des 20. Jahrhunderts das Bratschen-Konzertrepertoire geschickt erweiterte. Solist dieses ebenso virtuosen und wie effektvoll-dramatischen Werks war der junge Kolbermoorer Bratscher Marinus Kreidt, der die Stärken seines Instruments voll ausspielte. Er zog spieltechnisch alle Register seines Könnens.

Man darf dem Orchesterchef Martin Kreidt dankbar sein, dass er seine Musiker wieder vereint und ein Programm auf die Beine gestellte hat, das die Zuhörer eigentlich frohen Herzens stimmen könnte. Der Krieg in der Ukraine war jedoch keineswegs vergessen, denn die Zugabe des Orchesters mit „El cant dels occells“, war eine Hymne für den Frieden. Danach herrschte lange ergriffene Stille. Schließlich ertönte in der voll besetzten Kirche Heilige Dreifaltigkeit großer Applaus der Zuhörer.

Ebenfalls beeindruckend war die Spendenfreudigkeit der Zuhörer: 3400 Euro kamen zusammen, die vollumfänglich der Kolbermoorer Ukrainehilfe zufließen.

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