Kein Turm für die Kapelle am Glasberg

von Redaktion

Bauausschuss lehnt Antrag der Priesterbruderschaft St. Pius X. ab

Kolbermoor – Der Bauausschuss hat seine Entscheidung einstimmig getroffen: Der Antrag der Priesterbruderschaft St. Pius X. auf Errichtung eines Turms an der Kapelle „Heiliger Bruder Konrad“ (wir berichteten) ist abgelehnt. Den Sachstand fasste Ratsmitglied Sebastian Daxeder (CSU) in der Diskussion zu diesem Thema so zusammen: „Sehe ich es richtig, dass wir nach Lage der Dinge gar nicht anders können, als den Antrag abzulehnen?“ Dem ist in der Tat so. Der Turm sollte nämlich ein sehr schmales Bauwerk werden, zwar hoch, nämlich knapp 13 Meter, aber nur zwei Meter breit und vor allem: nur 40 Zentimeter tief.

Er gilt baurechtlich
als Fassadenelement

Er gilt deshalb baurechtlich nicht als Turm, sondern als Fassadenelement. Als Fassadenelement wiederum aber darf er die im für den Glasberg geltenden Bebauungsplan vorgeschriebene Wandhöhe nicht überschreiten. Auch das Landratsamt hatte der Stadt signalisiert, dass nach den Vorgaben des Bebauungsplans ein Turm mit diesen Abmessungen nicht genehmigungsfähig wäre.

In der Sitzung versuchten vor allem Sebastian Daxeder (CSU) und Markus Schiffmann (CSU) mögliche Alternativen auszuloten. Dabei wurde deutlich, dass es gegen einen „richtigen“ Turm, aufgesetzt auf den First der Kapelle, baurechtlich keine Einwände gäbe: Seine Höhe wäre bei einer solchen Variante kein „K.-o-Argument“ mehr, wie Bürgermeister Peter Kloo meinte, eine Befreiung von den Maßgaben des Bebauungsplans möglich. Auch seitens des Landratsamtes seien gegen diese Lösung wohl keine Einwände zu erwarten.

Pater Jaromir Kucirek von der Priesterbruderschaft, während der Sitzung selbst nicht anwesend, zeigte sich in einem nachträglichen Telefongespräch von dieser Aussicht positiv überrascht. Es sei eine Alternative, die man auf alle Fälle prüfe.

Die schmale „Turm“-Variante habe man nicht zuletzt deswegen gewählt, weil ein ähnliches Bauwerk auf einem Münchner Schulgrundstück bereits verwirklicht ist. Man sei deshalb davon ausgegangen, dass es bei der Genehmigung in Kolbermoor keine größeren Probleme geben dürfte.