Kolbermoor – Nach vier Jahren coronabedingter Pause ist Peter Elgaß bereits mitten in den Vorbereitungen. Denn die Schmiede-Biennale in Kolbermoor soll vom 3. bis 7. August stattfinden – nachdem sie 2020 coronabedingt abgesagt werden musste. Jetzt steht er in den Startlöchern und Ende des Monats soll es „ein Feintuning mit der Stadt geben“, sagt er auf Anfrage.
Wenn alles nach Plan läuft, soll die fünftägige Veranstaltung genauso ablaufen wie in den Vorjahren, erklärt er. Es gebe nur eine Änderung: „Heuer wird es keine Gastausstellung geben.“ Eigentlich sollten Werke aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg gezeigt werden. Das verschiebt Elgaß jetzt auf 2024. Der Grund ist einfach zu erklären: „Es ist zu aufwendig, die Ausstellungsstücke in Belgien einzusammeln.“
Märchenfiguren
im Mareissaal
Des Weiteren steht noch nicht genau fest, ob die Schweizer Schmiede heuer ihre Märchenfiguren im kompletten Mareissaal zeigen wird. „Eventuell belegen sie mit den Figuren nur einen Teil des Mareissaals. Das hängt von der Zahl der Teilnehmer ab.“
Bis jetzt hat Elgaß allerdings schon jede Menge Anfragen seitens der Schmiede vorliegen. So stehen beispielsweise „die Schweizer schon parat“. Er geht davon aus, dass zehn bis zwölf Nationen teilnehmen. Wer heuer allerdings nicht nach Kolbermoor kommt, sind die ukrainischen Schmiede. Mit zwei von ihnen hatte Schmiede-Biennale-Mitorganisator Michael Ertlmeier zu Beginn des Krieges noch Kontakt. „Der ist jetzt abgebrochen.“ Bei den Schmieden handelt es sich um Sergey Polubutko aus Iwano-Frankiwsk, aus dem Westen des Landes, sowie Viktor Burduk aus Donezk im Osten des Landes. Elgaß hört ab und zu etwas von den beiden, aber selten. „Gerade im Osten geht es ja derzeit richtig rund“, sagt Elgaß.
Er rechnet damit, dass zwischen 100 und 120 Schmiede zu Gast sind – „so wie in den Vorjahren, aber auch das müsse man sehen“. Und ob der Archäotechniker Frank Trommer heuer kommt, steht auch noch in den Sternen: Er hatte vor zwei Jahren zugesagt – und war schon mehrfach in Kolbermoor. Trommer zeigte den Besuchern, wie man Bronzeguss in der Bronzezeit gemacht hat. Eine Zeitreise quasi. Das sei wirklich etwas Besonderes und deshalb hofft Elgaß, dass Trommer seiner Einladung folgt.
Des Weiteren gebe es eine Anfrage aus Berlin, ob ein Silberschmied aus Togo kommen könne. „Der Vater des Togolesen sei bereits mehrmals in Kolbermoor gewesen und habe sein Können gezeigt. Weil er jetzt aber zu alt sei, könne er nicht kommen, dafür hat sein Sohn bereits angefragt.“ Der Togolese zeige Silberschmied-Arbeiten live vor Ort. Darüber hinaus sind Workshops geplant sowie Vorträge.
Christian Poitsch vom Kolbermoorer Stadtmarketing hat bisher noch keine Anfragen seitens der Schmiede vorliegen, was die Hotelzimmerreservierung angeht. Trudeln sie ein, „reserviere ich sofort“, sagt Poitsch. Des Weiteren kümmert sich die Stadt um den Auf- und Abbau. „Das erledigt der Bauhof.“
Die Mitarbeiter bauen die Stände mit schweren Gerätschaften auf, sorgen für Strom und Wasser. Die Mitarbeiter des Bauhofs benötigen für den Auf- beziehungsweise Abbau jeweils ein bis zwei Tage. Auf August freut sich auch Elgaß, obwohl hinsichtlich Corona ein „Restrisiko bleibt“.