Musikalischer Nachwuchs gesucht

von Redaktion

Stadtkapelle Kolbermoor Vorsitzender Peter Kirsch will Zukunft der Truppe sichern

Kolbermoor – „Jeder will sie hören, aber nur wenige wollen mitmachen“: Das ist das Fazit von Peter Kirsch (66), der seit 22 Jahren den Vorsitz der Kolbermoorer Stadtkapelle inne hat. „Ist doch so“, sagt er und lacht. Bei keinem Fest dürfe eine Kapelle fehlen, schließlich gehören die Klänge dazu. Nur wird es immer schwerer, Nachwuchs zu finden.

25 Mitglieder
sind aktiv

Bei der Stadtkapelle sind rund 25 Mitglieder aktiv. Die Truppe ist bunt gemischt, Männer und Frauen halten sich die Waage. Das Instrumentarium ist auch breit aufgestellt: Trompeten, Tenorhorn, Flügelhorn, Bariton, Querflöte, Klarinette, Posaune, Schlagzeug, große Trommel und Tuba. „Die spiele ich“, sagt Kirsch.

Er selbst kam zur Kolbermoorer Stadtkapelle, als er Mitte der 80er-Jahre bei einem Konzert war. „Damals hat der Dirigent gesagt, dass er Musiker sucht, die Tuba spielen“, erinnert er sich. Die spielte er damals zwar noch nicht, fand das Instrument aber immer schon faszinierend. Und so absolvierte er eine Ausbildung beim Dirigenten. Und dann war er startklar. Seit 1989 ist er im Team. Und hat seither unzählige Auftritte mit der Stadtkapelle erlebt. Meist im Landkreis Rosenheim – bei Festen, zu kirchlichen Anlässen, wie Fronleichnam und dem Volkstrauertag.

15 bis 20 Auftritte sind es im Jahr. „Das ist nicht viel, aber mehr wollen wir auch gar nicht. Wir haben ja alle Familie.“ Deshalb finden auch nur einmal wöchentlich Proben statt. Jeden Dienstagabend wird seit Januar im Mareissaal geprobt. Dort habe man ausreichend Abstand. Vor zwei Jahren wurde coronabedingt alles abgesagt – auch Proben. Vergangenes Jahr im späten Frühjahr trafen sich die Musiker dann in einer Maschinenhalle bei einem Kolbermoorer Landwirt. „Der hat sie uns zur Verfügung gestellt.“ Da wurde dann geprobt – fast open-air. Denn zu einer Seite hin war die Halle offen. Das habe super geklappt und so waren die Musiker dann auch startklar, als sie bei der Einweihung der Tonwerkunterführung Ende Juli nach langer Zeit ihren ersten Auftritt hatten. „Das war super“, so Kirsch, der in Rosenheim wohnt.

Nun stand das nächste Konzert der Truppe an: Am 8. Mai spielten sie beim Maibaumfest der Kolbermoorer Musikschule vor dem alten Rathaus. „Dafür haben wir auch schon geübt“, sagt er. Zunächst die Stücke, die sie schon kannten. Man habe ja quasi von vorne anfangen müssen. Seit wenigen Wochen übe man nun zwei bis vier neue Stücke. Und was wird gespielt? „Böhmische, Bayerische Blasmusik“, sagt Kirsch.

„Modernes eher nicht – das klingt dann nach James Last und das passt irgendwie nicht“, sagt er und lacht. Und damit die Stadtkapelle auch weiterhin besteht, ist Kirsch auf der Suche nach neuen Musikern. „Unsere Musiker sind zwischen 20 und 70 Jahre alt. Einer geht zum Studium, ein anderer hört altersbedingt auf. „In den nächsten zehn Jahren wird sich sicher einiges ändern.“ Und dem will Kirsch vorbauen.

Kommen denn die meisten aus Kolbermoor? Nein, nur ein kleiner Teil. Die Musiker stammen aus Rosenheim, Bruckmühl und Tuntenhausen, um nur drei Orte zu nennen. Und gerade nach Corona sei es schwer, die „Leute von der Couch zu bekommen“, ist er überzeugt. Jeder kann mitmachen – und es wird auch kein spezielles Instrument gebraucht, so Kirsch. Allerdings müsse man eine zwei- bis dreijährige Ausbildung hinter sich haben. Die Kolbermoorer Stadtkapelle bildet selbst keinen Nachwuchs aus. „Das ist bei uns nicht wie bei vielen anderen Kapellen.“

Weitere Informationen

Rund 25 Mitglieder zählt die Stadtkapelle. Wer Interesse hat und eine zwei- bis dreijährige Ausbildung in Trompete, Tenorhorn, Flügelhorn, Bariton, Querflöte, Klarinette, Posaune, Schlagzeug, große Trommel oder Tuba hat, kann mitmachen. Infos: stadtkapelle-

kolbermoor@gmx.de.

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