Kolbermoor – In diesem Sommer wird es wieder Feste und Veranstaltungen geben, fast ganz genauso, wie in normalen Jahren. Das wurde am vergangenen Samstag auch für all jene Kolbermoorer deutlich, die nach zwei Corona-Jahren mit Quarantäne und Lockdowns schon gar nicht mehr so recht daran glauben mochten.
Das traditionelle Maibaumfest der Musikschule fand wieder statt und setzte damit den Auftakt für die sommerliche Festsaison.
Gut gefüllter Platz
vor dem Maibaum
Wie hungrig alle – Besucher wie Mitwirkende – darauf gewesen waren, zeigte nicht nur der trotz unsicheren Wetters voll gefüllte Platz vor dem Maibaum, es war auch an der Begeisterung der jungen Musikanten und Tänzer zu spüren. „Wer braucht Sonne“ meinte dazu Bürgermeister Peter Kloo in seiner kurzen Begrüßung, „wenn er das Strahlen in den Augen der Kinder und Jugendlichen sehen kann.“
Für die war der erste Auftritt nach zweijähriger Pause tatsächlich ein großes Erlebnis – und auch wichtig. „Künstler, auch unsere kleinen Künstler, brauchen den Kontakt mit einem Publikum“, meint dazu Günther Obermeier, der Leiter der Städtischen Musikschule. „Fehlt der, fehlt gerade bei Kindern und Jugendlichen ein wichtiger Antrieb, das Wissen nämlich, warum und für was man eigentlich übt.“ Dem konnte Martin Stolz von der Musikschule nur beipflichten. „Als wir im März verkünden konnten, dass das Maibaumfest in diesem Jahr tatsächlich stattfinden kann“, erzählt er, „war die Begeisterung groß. Und von da an klemmten sich alle hinter ihre Instrumente, auch die, die das sonst nicht gerade übermäßig gerne tun.“
Das Ergebnis war denn auch wirklich beeindruckend. Die Tatsache, dass in den letzten beiden Jahren der Schulbetrieb immer wieder unterbrochen werden musste, auch der Umstand, dass mit den eigentlichen Proben erst im März anstatt wie sonst bereits im Januar begonnen werden konnte – all das war bei den Darbietungen nicht zu merken. Entsprechend groß auch die Begeisterung des Publikums. Ein Ansporn nicht nur für die ganz jungen Musiker, sondern, wie Günther Obermeier hofft, auch für alle älteren und „alten“ Musikmachenden.
„Erstaunlicherweise hat uns die Corona-Zeit nur wenig Einbußen bei unserem Nachwuchs beschert“, so erläutert er, „es sind eher die Erwachsenen, die abgesprungen sind.“ In der Tat kaum vorstellbar, dass ein gelungenes Fest wie dieses nicht dazu führt, dass es den einen oder den anderen doch wieder in den Fingern juckt.
Ukrainische
Fahne gehisst
Eine Besonderheit bei diesem Fest war auch noch die Tatsache, dass an der Fassade der Musikschule nicht nur die Fahne Kolbermoors, sondern aus Solidarität auch die der Ukraine hochgezogen war.
Ein Teil der Einnahmen, zum Beispiel aus dem Kuchenverkauf, wird dem Ukraineprojekt der Stadt zugutekommen. Kindern und Jugendlichen unter den Kriegsflüchtlingen in Kolbermoor wird damit ein Musikunterricht an der Musikschule ermöglicht, ein ganz wesentliches Mittel, um Isolation und auch belastenden Erinnerungen entkommen zu können.