Pullach – Gerade trainierten die Maschinisten der Pullacher Feuerwehr noch am Löschfahrzeug, jetzt rüsten sie ihre Fahrzeughalle schon in einen Festsaal um. Am Samstag ist es endlich soweit: Das neue Feuerwehrgerätehaus am Pullacher Kreisel wird feierlich eröffnet: „Und darauf freuen wir uns sakrisch“, sagt Kommandant Josef Hofmann.
Schon vor einem Jahr haben die Kameraden die Seiten des Kreisels gewechselt und ihr altes Feuerwehrhaus verlassen. Es wurde höchste Zeit, denn „als Vereinsheim, für Schulungen und gesellschaftliche Anlässe ist es gut geeignet, aber für die Technik war einfach nicht mehr genug Platz“, beschreibt Ernst Langer, der Zweite Kommandant der Pullacher Wehr.
Seitenwechsel am
Pullacher Kreisel
Das Löschfahrzeug LF 10 wurde extra in Sonder-Ausführung – sozusagen tiefergelegt – bestellt, damit es überhaupt in die Garage passte. Die 150 Kilogramm schwere Kiste mit Greifzug und Zubehör wurde vor und nach jedem Einsatz ein- und ausgepackt, um sie auf den Dachboden, der als zusätzlicher Lagerraum diente, zu hieven. Männliche und weibliche Kameraden zogen sich direkt in der Fahrzeughalle um. Eingeatmet wurden dabei nicht nur die verbliebenen Abgase der Fahrzeuge, sondern auch die gesundheitsschädigenden Partikel von Atemgiften, Brandrauch und Brandruß, die sich im Einsatz auf Einsatzkleidung, Atemschutzgeräten und Fahrzeugen ablagern. „Uns war schon bewusst, dass das unsere Gesundheit schädigen kann, aber an erster Stelle stehen für uns immer die Menschen und das Ehrenamt“, betont Langer. Trotzdem: „So konnte es einfach nicht weitergehen“, betont Hofmann. Seit 2013 bemühen sich die Pullacher Kommandanten und die Stadt Kolbermoor um ein neues Gerätehaus. „Eine Doppelgarage für Mannschaftsbus und LF 10 wäre auch nur eine Notlösung gewesen“, so Hofmann. Das sahen die Stadträte genauso und unterstützten den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses von Anfang an mit einstimmigen Beschlüssen. Im Januar 2015 begannen die Planungen und mit ihnen auch wiederkehrende Enttäuschungen. „Erst lehnte das Landratsamt die Bebauung im Außenbereich ab, weil eine Feuerwehr nicht privilegiert ist. Dann musste vom Rückbau der alten Straße kontaminierter Boden teuer entsorgt werden. Dann brauchte es für die Gründung 668 Säulen, um eine tragfähige Bodenplatte errichten zu können. Und dann kam Corona“, rekapituliert Hofmann nur einen Bruchteil der Ärgernisse.
Seit einem Jahr steht den Kameraden nun sechsmal so viel Platz wie zuvor zur Verfügung: Statt der gewohnten 90 bietet das neue Gebäude 567 Quadratmeter. Entstanden sind unter anderem Besprechungs-, Schulungs- und Lagerräume, eine moderne Einsatzzentrale, ein Büro für die Kommandanten.
1770 Quadratmeter
für Übungen und Pkw
Die Außenflächen rund ums neue Domizil der Wehr sind gepflastert worden: So entstanden 1770 Quadratmeter für Übungen sowie Parkplätze für Einsatzkräfte und Besucher. Circa 2,6 Millionen Euro hat die Stadt Kolbermoor in den Feuerwehrstandort Pullach investiert. „Bürgermeister und Stadtrat haben uns in all den Jahren versprochen, dass unser neues Gerätehaus gebaut wird. Sie haben Wort gehalten“, freut sich Hofmann. Das ist ein guter Grund zum Feiern. „Nach der Corona-Pandemie ist das nun endlich auch möglich“, ist auch Langer froh, denn: „Viele altgediente Kameraden und all unsere 151 Vereinsmitglieder sind schon ganz ungeduldig. Jetzt können wir ihnen endlich unser neues Gerätehaus zeigen.“