Endlich wieder im Gewand feiern

von Redaktion

Fest zum 110-jährigen Bestehen des Trachtenvereins „d‘Mangfalltaler“

Kolbermoor – Klein, aber fein, dachten sich die Trachtler des 1912 gegründeten Trachtenvereins „d’Mangfalltaler“ Kolbermoor und feierten mit den Paten- und Ortsvereinen am Samstag im Mareissaal dieses Jubiläum. Nach zwei Jahren entbehrungsreicher Zeit waren viele heiß auf ihr Festgewand und so bot sich bereits beim Marsch vom Trachtenheim zum Kriegerdenkmal ein buntes Bild.

Im Fokus:
Liebe zur Heimat

Der Vorsitzende Michael Beutl dankte hier den Vorfahren, welche unter harten Bedingungen ihre Liebe zur Heimat durch die Gründung des Vereins umsetzten, aber auch allen, die in den zwei Weltkriegen ihr Leben verloren haben und ihre Heimat nicht wiedersahen. Das Gedenken an das große Leid, welches den Ukrainern derzeit zugefügt wird, wurde in die Fürbitten eingebunden.

Angeführt von der Stadtkapelle Kolbermoor und gut abgesichert durch die Feuerwehr zogen die Trachtler zur Kirche Hl. Dreifaltigkeit, in welcher Pastoralreferentin Martina Mauder und Pastorin Birgit Molnar einen Wortgottesdienst abhielten.

Höchst erfreut zeigte sich Vorsitzender Beutl über die vielen Gäste, welche zum Jubiläum in den voll besetzten Mareissaal gekommen waren – rund 350 Trachtler waren vor Ort. Nach dem schneidigen Auftakt der „Mitteroim-Musi“ und dem Auftanz aller Aktiven lobte Bürgermeister Peter Kloo die Trachtler als Bewahrer kultureller Traditionen selbst im Industrieort Kolbermoor, entstanden doch viele Trachtenvereine aus Arbeiterkreisen oder über Selbsthilfegruppen wie zum Beispiel Krankenunterstützungsvereine.

Er sprach den „Mangfalltalern“ den Dank der Stadt aus unter anderem für ihr Wirken in den Schulen, wie beispielsweise bei der Ganztagesklassenbetreuung, sowie die wertvolle Integrationsarbeit, in dem Kinder aus anderen Kulturkreisen aufgenommen werden. Diese fühlen sich somit zugehörig, so der Rathauschef weiter. Nach mehreren Auftritten der Kinder- und Jugendgruppe des Festvereins und der von allen geplattelten Amboßpolka übergaben jeweils nach ihren Ehrentänzen die Patenvereine „D’lustinga Isartaler“ München und „Innviertler“ Rosenheim „Geburtstagsgeschenke“. Der örtliche Bruderverein „Immergrün“ wartete neben den Plattlern noch mit seinen Goaßlschnoizern auf und übergab unter den Augen des Brauereidirektors Roland Bräger ein symbolisches Fass Maxlrainer Bier mit dem Wunsch, dies mit den „Mangfalltalern“ zusammen zu leeren. Hierbei soll die Verbindung gefestigt werden, welche durch das gemeinschaftliche Trachtenheim seit 2005 ohnehin besteht.

Viele Gastvereine
auch im Mareissaal

Was war los 1912? In seinem kurzen geschichtlichen Rückblick erinnerte der Zweite Vorsitzende des Bayerischen Inngau-Trachtenverbands, Mäx Kronberger, an die sogenannte „guade oide Zeit“, welche zwei Jahre nach der Vereinsgründung bereits mit dem Ersten Weltkrieg jäh beendet wurde. „Und doch gilt es den Altvorderen zu danken, dass wir jetzt – mit allem was wir haben – in Frieden und Freiheit unser überliefertes Brauchtum pflegen können.“ Dass dies auch noch lange so Bestand hat, darauf hoffte Kronberger, welcher mit einer Abordnung des Inngauverbandes vertreten war.

Diese und alle anderen Gastvereine durften ein Erinnerungsgeschenk der „Mangfalltaler“ mitnehmen, welches garantiert die Fünf-Prozent-Hürde überschritten hatte. Mit dem Kronentanz beendete der Festverein seine kleine, aber feine Jubiläumsfeier, die „Mitteroim-Musi“ spielte noch länger zur Unterhaltung und zum gemeinsamen Ratsch auf.

Das Wiederaufleben des gesellschaftlichen Lebens – ob in der Brauchtumsarbeit oder anderweitig – war bei dem Fest stark zu spüren, zumal die Jugendarbeit wieder gute Früchte trägt, so Vorsitzender Michael Beutl in seiner Zusammenfassung. ww

Artikel 2 von 5