„Opfer einer feigen, rassistischen Tat“

von Redaktion

Neue Gedenktafel für Carlos Fernando – Nach einem Angriff stirbt der Afrikaner 1999 im Krankenhaus

Kolbermoor – Im August jährt sich der Angriff auf den Afrikaner Carlos Fernando in Kolbermoor zum 23. Mal. Kurz nach der Tat erlag der Kolbermoorer seinen Verletzungen. Kurze Zeit später wurde eine Gedenktafel am Alten Friedhof aufgestellt.

Diese Tafel, die am Sockel des Kreuzes am Hauptweg des Alten Friedhofs stand, wurde vor knapp drei Jahren zerstört – Friedhofsgärtner fanden im September 2019 den Ort verwüstet vor. Die Stadt erstattete damals Anzeige. „Sie haben keinen Respekt vor der Würde des Menschen“, ging damals Bürgermeister Peter Kloo mit den Tätern hart ins Gericht (wir berichteten).

Was ist in der Zwischenzeit passiert? „Wir haben eine neue Gedenktafel anfertigen lassen“, sagt Jürgen Halder vom Bauamt. „Nach den Vorgaben des Bürgermeisters ist auch der Text auf der Tafel entstanden“, erklärt Halder weiter. Darauf steht: „Carlos Fernando – Opfer einer feigen rassistischen Gewalttat.“ Die Tafel ist jetzt an dem Sockel des Kreuzes angebracht – direkt am Hauptweg des Alten Friedhofs.

Aber von vorne: Am 15. August 1999 gab es einen Angriff auf Fernando. Robert M. (Namen von der Redaktion geändert) schlug ihm vor einer Bar an der Schuhmannstraße zu Boden. Als sein Opfer schon wehrlos dalag, trat Robert M. ihm mit dem Fuß ins Gesicht. Sechs Wochen später starb Fernando im Krankenhaus Vogtareuth.

Daraufhin fand in Kolbermoor eine Gedenkfeier in der katholischen Kirche statt – „sie war bis auf den letzten Platz besetzt“, erinnert sich Waltraud Giese. Der von ihr im Anschluss initiierten Lichterkette von der Kirche bis zu Fernandos Zuhause, in einer der Neubauten südlich der Mangfall, folgten hunderte Menschen. Kurze Zeit später stellte Waltraud Giese dann die Gedenkplatte auf – in Absprache mit dem Altbürgermeister Ludwig Reimeier. „Das, was damals passiert ist, dürfen wir nie vergessen.“ iw

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