Klimaschutz durch Moorbodenschutz

von Redaktion

Landwirtschaftsministerin Kaniber besucht Versuchsgut Karolinenfeld in Kolbermoor

Kolbermoor – Noch bis 2020 wurde auf dem staatlichen Versuchsgut Karolinenfeld in Kolbermoor intensiver Ackerbau betrieben. Mittlerweile wird der Betrieb Schritt für Schritt auf klima- und moorbodenschonende Nutzung umgestellt. „Wir gehen mit unserem Staatsbetrieb voran, um die klimaverträgliche Nutzung auf Moorböden zu erproben und umzusetzen“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber nun bei ihrem Besuch in Kolbermoor am gestrigen Donnerstag, 23. Juni.

Wertschöpfung und
Nutzungsalternativen

Dabei informierte sich die Ministerin über den aktuellen Stand der moorverträglichen Bewirtschaftung. „Wenn wir die Betriebe für Klimaschutz durch Moorbodenschutz gewinnen wollen, müssen wir praxistaugliche Lösungen entwickeln, damit auch auf Moorstandorten weiterhin eine Nutzung und eine Wertschöpfung möglich sind“, erklärt Kaniber. Genau dafür habe man 2021 ein groß angelegtes Forschungsprojekt gestartet.

„Wir wollen Nutzungsalternativen praxistauglich machen und Wertschöpfungsketten entwickeln“, so die Landwirtschaftsministerin Kaniber. So wurde in den vergangenen zwei Jahren auf rund 100 Hektar Grünland eingesät. Nach und nach wird der Wasserstand auf den Flächen angehoben, um das Potenzial für die Einsparung von Treibhausgasemissionen optimal auszuschöpfen.

Der Freistaat sieht ein großes Potenzial bei Klimaschutz durch Moorbodenschutz. Allein in Bayern gibt es laut dem Landwirtschaftsministerium rund 220000 Hektar Moorböden, wovon derzeit ungefähr 120000 Hektar landwirtschaftlich genutzt werden.

Indem die Wasserstände gezielt angehoben werden, wird der Abbau des Torfkörpers gebremst und damit ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Neben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) sind die Bayerischen Staatsgüter, die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos e.V. sowie der Donaumoos-Zweckverband Projektpartner im Forschungsprojekt. „Nur im Verbund mit unseren Partnern können wir bei dem komplexen Thema anhaltende Erfolge erzielen“, so Kaniber. So könnte man alle relevanten Fragestellungen abdecken, sagte die Ministerin auf dem Versuchsgut in Kolbermoor. Erprobt werden aktuell nicht nur Techniken zur Wasserstandsregelung oder für die nasse Nutzung von Grünland.

Auch der Anbau von nässeverträglichen Kulturen, sogenannter Paludikulturen, sowie der Aufbau von Wertschöpfungsketten für die Ernteprodukte aus nasser Nutzung oder die begleitende Messung der Treibhausgasemissionen werden untersucht.

Welche Voraussetzungen für eine gute praktische Umsetzung und für das gute Zusammenspiel der beteiligten Akteure und Behörden gegeben sein müssen, ist wichtiger Teil der Fragestellung.

20000 Hektar
im Visier

Ministerin Kaniber: „Unser Ziel ist es, bayernweit 20000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche klima- und moorverträglich zu nutzen.“ Das könne nur im Zusammenwirken aller Akteure gelingen. „Mit unserem unter den Bundesländern einmaligen Moorbauernprogramm schaffen wir ab 2023 die Grundlage für die Umsetzung klima- und moorbodenverträglicher Bewirtschaftungsmaßnahmen.“

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt unter www.lfl.bayern.de/moorbewirtschaftung. re

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