Kolbermoor – Er ist ein Blickfang: der im vergangenen Jahr fertiggestellte „naturnahe Kindergarten“ an der Hölderlinstraße in Kolbermoor.
Am Samstag und Sonntag, 25. und 26. Juni, haben Besucher jeweils von 10 bis 12 Uhr nun Gelegenheit, die Räumlichkeiten nicht nur von außen, sondern auch von innen eingehend zu besichtigen. Dabei besteht auch die Möglichkeit, mit Bauherr, Nutzern sowie Architektin ins Gespräch zu kommen.
Eines von nur vier
Objekten im Kreis
Ein unabhängiger Beirat hat das Kolbermoorer Projekt für die diesjährigen Architektouren der Bayerischen Architektenkammer ausgewählt – als eines von nur vier im gesamten Landkreis Rosenheim. Bei dieser jährlich stattfindenden Präsentation stehen qualitätvolle Planungen und deren realisierte Ergebnisse im Fokus.
„Versteckt im Wald befindet sich der viergruppige Kindergarten, reduziert auf das Notwendigste“, heißt es in der Beschreibung der Architektenkammer. Die Einrichtung südlich des Tonwerkweihers besteht aus sieben Schutzhütten, die wie ein kleines Dorf in einer natürlichen Lichtung im Wald liegen. Vier Gruppenräume sind jeweils in einer eigenen „Hütte“ untergebracht. Zwischen jeweils zwei von ihnen liegt ein Gebäude, das einen überdachten Außenraum, der sich zum Aufenthalt bei Regen und zum Ausziehen der nassen Sachen anbietet, so Architektin Claudia Petzenhammer (Petzenhammer Architektur und Planungs GmbH Bad Aibling).
Eine beheizte Garderobe fungiert zugleich als Windfang für die angrenzenden Gruppenräume. Zwei Räume, die als Intensiv- oder Personalraum genutzt werden können, ein Sanitärgebäude sowie ein Heizsystem aus Infrarot-Platten runden das Konzept ab, von dem sich die Besucher am Wochenende ein Bild machen können.
Seit Herbst 2021 ist der Kindergarten mit Leben erfüllt, die Nachfrage nach Plätzen ist laut Bürgermeister Peter Kloo groß. „Ich radle oft dort vorbei und bin jedes Mal begeistert, wie glücklich die Kinder draußen im Freien wirken“, so Kloo im Gespräch mit unserer Zeitung.
1,2 Millionen Euro
für Einrichtung
1,2 Millionen Euro hat der naturnahe Kindergarten gekostet – „eine günstige Lösung, aber keine billige“, bilanziert der Bürgermeister. Dennoch: für eine viergruppige Einrichtung in konventioneller Bauweise müsse man in der Regel einer Summe von etwa rund fünf Millionen Euro ausgehen.
So gesehen war es, neben der überzeugenden Planung auch das – wie es in der Sitzung im Sommer 2020 hieß – „hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis“, das die Mehrheit im Stadtrat grünes Licht geben ließ.
Eva Lagler