Kolbermoor – Von der Industriebrache übers Sorgenkind zum modernen Wohnquartier hat sich das Conradty-Gelände in den vergangenen 20 Jahren entwickelt. Bürgermeister Peter Kloo ging in seinem Grußwort anlässlich der Hebfeier an der Forellenstraße auch auf die Entwicklung des Areals ein. Bis 2003 wurden im einstigen Grafitierwerk Produkte aus Kohlenstoff und Elektrografit hergestellt. Die Anwohner können sich noch gut an den Kohlestaub erinnern, der sich auf Autos und Fensterbrettern ablagerte und in jede Ritze kroch. „Nach der Insolvenz im Jahr 2003 wurde das Grundstück von einer Kolbermoorer Familiengruppe erworben“, blickt der Bürgermeister zurück. Damals begannen auch die Überlegungen, wie sich das Gebiet entwickeln könnte. Die erste Idee – ein Gewerbegebiet – ließ sich aufgrund der nicht regulierbaren Verkehrsströme im beengten Areal zwischen Bahnlinie und Mangfall-Kanal nicht umsetzen. „Eine Umladestation für Kunstdünger von der Bahn auf Lkw konnten wir verhindern“, erinnert Kloo. Zeitweise wurden die alten Gebäude des Grafitierwerkes als Lagerhallen genutzt. Die Feuerwehr musste zu mehreren Bränden ausrücken und 2006 die Mangfall von einem Ölfilm befreien, der aus einer alten Hochfrequenzmaschine ausgelaufen war. Der Stadtrat entschied sich schließlich für eine Wohnbebauung im Conradty-Gelände. 2014/15 wurde der Flächennutzungsplan entsprechend geändert. Städtebauliche Wettbewerbe und lange Diskussionen über Bebauungspläne führten zu einem ersten Entwurf, der Einfamilienhäuser vorsah. „Dieser wurde nachgeschärft und auf Geschosswohnungsbau abgeändert“, informiert der Bürgermeister. Insgesamt sind im Conradty-Gelände nun 350 Wohnungen geplant – 70 davon sind über den geförderten Wohnungsbau entstanden und bereits bezogen. Zudem entsteht eine vollstationäre Pflegeeinrichtung für circa 95 Bewohner. ka